Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was bringt der Blick ins Gehirn?

10.05.2006


Bildgebende Verfahren in der Hirnforschung erobern immer neue Anwendungsbereiche. Doch häufig wird ihre Aussagekraft überschätzt, sagt das Fraunhofer ISI.



Moderne Diagnoseverfahren wie Computertomografie oder Magnetenzephalografie gewähren faszinierende Einblicke ins Gehirn - sie zeigen in bunten Bildern, wie wir sprechen, denken, fühlen und handeln. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung hat für das Zentrum für Technikfolgen-Abschätzung beim Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierat erstmals Chancen und Risiken dieser Verfahren untersucht und bewertet. Danach bieten Hirnbilder ein großes Potenzial bei der Diagnose von Krankheiten und bei der Erforschung grundlegender Vorgänge im Gehirn.

... mehr zu:
»Neuroimaging


Für andere Anwendungen warnt die Studie allerdings vor überzogenen Erwartungen. "Die Aussagekraft von Hirnbildern wird zum Teil überschätzt", sagt Studienleiterin Dr. Bärbel Hüsing. So werden diese Instrumente zum Beispiel auch in der Marktforschung eingesetzt, wo die Reaktion auf Werbebotschaften getestet wird. Und "neuropädagogische" Patentrezepte sollen das Lernen zum Kinderspiel machen. Das so genannte "Neuroimaging" wird dabei als vermeintlich objektive und "harte" Wissenschaft dargestellt, die der Kognitionspsychologie klar überlegen sei - eine Behauptung, die sich nach dem heutigen Stand der Technik so nicht halten lässt. Keinesfalls kann das Neuroimaging bewährte psychologische Tests ersetzen. Insofern sind Ängste unbegründet, allein durch bildgebende Verfahren könne man Gedanken lesen oder die Persönlichkeit ausspionieren.

Um die Potenziale der Technologie richtig auszuschöpfen, empfehlen die Autoren der Studie unter anderem einen besseren Zugang für Wissenschaftler zu den millionenteuren Geräten, die Einhaltung strenger Qualitätsstandards bei Messungen an Patienten und Versuchspersonen und bei der Interpretation der Ergebnisse.

Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Bilder aus dem Gehirn sowie wirtschaftliche, rechtliche und philosophische Fragen sind in dem englischsprachigen Buch "Impact Assessment of Neuroimaging" zusammengefasst. Infos zum Buch: http://www.iospress.nl/loadtop/load.php?isbn=1586036130

Kontakt:
Dr. Bärbel Hüsing
Telefon: 0721 / 6809 - 210
E-Mail: baerbel.huesing@isi.fraunhofer.de

Ansprechpartner für die Medien:
Bernd Müller
Telefon 0721 / 68 09 - 100
Telefax 0721 / 68 09 - 176
bernd.mueller@isi.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht Marktpotenziale technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf neue Technologien, Industrie- und Serviceinnovationen, Energiepolitik und nachhaltiges Wirtschaften sowie auf die Dynamik regionaler Märkte und die Innovationspolitik.

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de
http://www.iospress.nl/loadtop/load.php?isbn=1586036130

Weitere Berichte zu: Neuroimaging

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Immunsystem: Wer lockt die Polizisten auf Streife?
17.02.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Erstmals Herzpflaster aus Stammzellen für die Anwendung an Patienten mit Herzmuskelschwäche
17.02.2017 | Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung