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Entwicklung des Gehirns bestimmt Intelligenz

03.04.2006


Ausbildung des Kortex bei Kindern verschieden



Intelligente Menschen übertreffen ihre Gleichaltrigen nicht weil sie über mehr graue Zellen verfügen, sondern weil sich ein Teil ihres Gehirns anders entwickelt. Wissenschafter des National Institute of Mental Health untersuchte mittels Scans die Entwicklung der Hirnrinde, die für das Denken verantwortlich ist. An der in Nature veröffentlichten Studie nahmen 307 Kinder teil. Es zeigte sich, dass die intelligenteren Kinder im Alter von sieben Jahren eher über einen dünnen Kortex verfügten, der sich aber bis zum 12. Lebensjahr rasch verdickte. Durchschnittlich begabte Kinder verfügten anfänglich über einen dicke Hirnrinde, die ihren höchsten Wert im 8. Lebensjahr erreichte. In beiden Gruppen verdünnte sich die Hirnrinde nach Erreichen der Spitzenwerte wieder. Bei Kindern mit einem durchschnittlichen IQ fand diese Abnahme langsamer statt, da sie ihren Spitzenwert früher erreichten.



Die Wissenschafter gehen davon aus, dass die längere Verdickungsperiode bei intelligenteren Kindern dem Gehirn mehr Gelegenheit gibt, Schaltungen für ein hoch entwickeltes Denken auszubilden. Die spätere rasche Verdünnung der Hirnrinde könnte auf das Verkümmern nicht benutzter neuraler Verbindungen zurückzuführen sein. Der Wissenschafter Elias Zerhouni meinte, dass Gehirnstudien gezeigt hätten, dass Menschen mit einem höheren Intelligenzquotienten über keine größeren Gehirne verfügten. "Es ist Bild gebenden Verfahren zu verdanken, dass wir jetzt erkennen, dass der entscheidende Unterschied in der Entwicklung des Gehirnes bestehen könnte."

Die Wissenschafterin Judith Rapoport ergänzte, dass klügere Kinder nicht nur schlauer seien, weil sie zu einem bestimmten Zeitpunkt über mehr oder weniger graue Zellen verfügten. "Der Intelligenzquotient steht vielmehr mit der Dynamik bei der Reifung der Gehirnrinde zusammen." Derzeit suchen die Wissenschafter laut BBC nach genetischen Variationen, die mit den verschiedenen Geschwindigkeiten der Reifung des Gehirnes zusammenhängen könnten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nimh.nih.gov
http://www.nature.com

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