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PET/CT jetzt auch für Charité-Patienten

23.03.2006


Innovatives Diagnoseverfahren verbessert Behandlung von Lungentumoren



Die Charité - Universitätsmedizin Berlin hat jetzt im Centrum für Radiologie und Nuklearmedizin einen PET/CT für die Kliniken für Strahlenheilkunde und Nuklearmedizin angeschafft. Damit gibt es nun drei dieser Geräte im Raum Berlin-Brandenburg, zwölf sind deutschlandweit vorhanden. Die PET/CT vereinigt die bekannten Verfahren der Positronen-Emissions-Tomographie mit der Computer-Tomographie in einem Untersuchungsgang. Besondere Vorteile bringt sie für die Erkennung und Behandlung von Lungentumoren. Aber auch für andere Tumoren wie Brust-, Darm- und Prostatakrebs sowie Lymphdrüsenerkrankungen ist diese moderne diagnostische Methode erfolgreich einsetzbar.



Lungentumore weisen einen hohen Glukosestoffwechsel auf und sind dadurch besonders gut mit radioaktiv markierter Glukose in der PET/CT nachzuweisen. Neben dem Primärtumor können auch Metastasen im Körper erfasst und exakt lokalisiert werden. Wichtigste Einsatzgebiete sind daher der Nachweis des bösartigen Gewebes, die Ausbreitungsdiagnostik vor der Operation, die Therapiekontrolle und die Erfassung eines Rückfalls.

Rund 44.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Lungentumoren. Neben dem Brust- und dem Prostatakrebs zählt der Lungentumor zu den häufigsten Krebserkrankungen in den westlichen Industrieländern. Rauchen steigert das Risiko: 16 Prozent der Raucher und 9 Prozent der Raucherinnen leiden an Lungenkrebs. Für 9 von 10 Patienten endet die Erkrankung tödlich.

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass der Einsatz der PET/CT die Diagnostik von Lungentumoren optimiert und diese dann zielgerichtet entfernt werden können. Hilfreich ist die PET/CT auch bei der Beurteilung von Tochtergeschwülsten: Sind bereits die Lymphknoten befallen, hat der Tumor bereits gestreut und befinden sich diese Metastasen an schwer zugänglichen Stellen? Ist das der Fall, kann dem Patienten ggf. eine unnötige Operation erspart werden. Er erhält dann direkt eine Strahlen- oder Chemotherapie. Während der Therapie kann die PET/CT zeigen, ob sich der Tumor zurückbildet.

Das 2,5 Mio. Euro teure Gerät der Charité zeichnet sich durch eine besonders kurze Untersuchungsdauer und eine hohe Bildauflösung aus. Innerhalb einer halben Stunde erhält der Arzt ein gestochen scharfes Bild des gesamten Körpers. Im Dezember 2005 hat der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen die Leistung des PET/CT für den nicht-kleinzelligen Lungenkrebs in der stationären Versorgung anerkannt.

Kerstin Endele | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de/mediamed

Weitere Berichte zu: Lungenkrebs Lungentumor PET/CT Prostatakrebs

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