Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warum Männer häufiger an Parkinson erkranken

22.02.2006


Das Geschlechtsgen SRY spielt eine entscheidende Rolle



Die Entdeckung einer neuen Funktion des für das Geschlecht eines Menschen entscheidenden Gens SRY könnte erklären, warum Männer eineinhalb Mal so wahrscheinlich an Parkinson erkranken wie Frauen. Wissenschafter der University of California (UCLA) wiesen nach, dass das gleiche Gen, das dafür entscheidend ist, dass ein Embryo männlich wird und Hoden entwickelt, ebenfalls durch die Gehirnregion produziert wird, die durch eine Parkinsonerkrankung in Mitleidenschaft gezogen wird. Der Genetiker Eric Vilain erklärte, dass damit neue Erklärungsansätze dafür vorlägen, warum Parkinson bei Männern und Frauen verschieden häufig auftritt. Die Ergebnisse der Studie wurden in Current Biology veröffentlicht.

... mehr zu:
»Dopamin »Gen »Parkinson »Protein »SRY »Substantia nigra


1990 identifizierten britische Wissenschafter das männliche Geschlechtsgen SRY. Dieses Gen befindet sich auf dem männlichen Y-Chromosom und bildet ein Protein, das durch die Zellen in den Hoden abgesondert wird. Die aktuelle Studie ergab unerwartet, dass das SRY Protein auch die Neuronen in der so genannten Substantia nigra bei der Absonderung von Dopamin zu unterstützen scheint. Bei der Substantia nigra handelt es sich um einen Bereich des Gehirns, der auch für die Kontrolle der Motorik verantwortlich ist. Eine Parkinsonerkrankung führt dazu, dass die Neuronen schrittweise absterben und die Dopaminwerte sinken. Der zunehmende Verlust der Kontrolle über die Motorik gehört zu den charakteristischen Symptomen einer Erkrankung.

Laut Vilain habe man jetzt erstmals entdeckt, dass die Gehirnzellen, die Dopamin produzieren, in ihrer Funktion von einem geschlechtsspezifischen Gen abhängen. "Wir haben auch nachgewiesen, dass SRY nicht nur bei den männlichen Genitalien von zentraler Bedeutung ist, sondern auch bei der Steuerung des Gehirns. Die Wissenschafter benutzten Ratten um die Auswirkungen von SRY auf das Gehirn zu studieren. Bei der Herabsetzung der Werte dieses Proteins, kam es ebenfalls zu einer Verringerung des Enzyms Tyrosin-hydroxylase, das eine entscheidende Rolle bei der Produktion von Dopamin spielt. Diese Verringerung konnte nur bei männlichen Ratten festgestellt werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucla.edu
http://www.current-biology.com

Weitere Berichte zu: Dopamin Gen Parkinson Protein SRY Substantia nigra

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen