Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nichtinvasive Zelltherapie

15.02.2006


Das wissenschaftliche Arsenal an Mitteln und Instrumenten zur Behandlung von Krebs wird beständig erweitert. Nun wurde mit der Entwicklung eines medizinischen Geräts zur wirksamen Elektroporation eine weitere Waffe hinzugefügt.



Elektroporation ist eine Methode, um polare Moleküle, wie Medikamente im Rahmen einer Chemotherapie oder auch DNA-Moleküle, mittels kleiner Zugänge (Poren) in der Zellmembran in das Innere einer Wirtszelle zu bringen. Bei diesem Vorgang wird die Zellmembran vorübergehend durch elektrische Impulse aufgerissen und verschließt sich wieder kurz nachdem die polaren Moleküle eindringen konnten.



Das neu entwickelte Endovac-Gerät für die Elektroporation von intraluminalem Gewebe ermöglicht eine zielgenaue Abgabe therapeutischer Gene und Medikamente. Endovac wurde so konzipiert, dass es einfach auf einen Endoskop- oder Laparoskopkopf gesetzt werden kann. Es besteht aus einem Hohlraum mit einem Paar paralleler, planarer Makroelektroden, mit denen mehrere Kubikzentimeter Gewebe durch einen einzelnen Impuls elektroporiert werden können. Dieses Gerät kann auch zur transdermalen Verabreichung von Medikamenten oder Genen mittels Nadelelektroden aus Silizium eingesetzt werden. Es wurden weit reichende Untersuchungen und Tests durchgeführt, um die Parameter bei der Elektroporation zu untersuchen, zu denen der Zelleintritt der Moleküle und die optimalen Impulsarten gehören. Nur so kann die Elektroporation möglichst effektiv gestaltet werden.

Derzeit kommen in der Krebstherapie drei Anwendungsarten einzeln oder in Kombination miteinander zum Einsatz: Chemotherapie, Radiotherapie und Chirurgie. Das Endovac-Gerät ermöglicht eine Gentherapie auf endoskopischem Weg, die den Ort eines Tumors direkt erreicht. Somit steht ein Mittel für minimal invasive Techniken bei der Behandlung von Krebs zur Verfügung. Weiterhin wird auf diese Weise eine zielgerichtete Elektroporation an der nötigen Aufnahmestelle möglich, wodurch die wirksame Gentherapie unterstützt wird.

Das Gerät befindet sich noch in der Prototypenphase und muss erst am Menschen getestet werden. Dennoch besitzt es das Potenzial für eine verlässliche Option bei der Krebsbehandlung und auch bei erkrankten Organen, die endoskopisch erreichbar sind.

Dr. Declan Soden | ctm
Weitere Informationen:
http://www.UCC.ie

Weitere Berichte zu: Elektroporation Endovac-Gerät Molekül Zellmembran

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Studie für Patienten mit Prostatakrebs: Einteilung in genomische Gruppen soll Therapie präzisieren

21.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Forscher entwickeln zweidimensionalen Kristall mit hoher Leitfähigkeit

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index

21.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz