Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Solarium-Check für Unverbesserliche

19.10.2001


Gemeinsame Aktion gegen Hautkrebs

... mehr zu:
»ADP »BfS »Dermatologie »Hautkrebs »UV-Strahlung

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) tritt erstmals gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP) an die Öffentlichkeit: Angesichts nach wie vor steigender Tendenzen bei den Hautkrebserkrankungen ist es dringend erforderlich, die Bevölkerung gezielt über gesundheitliche Risiken ultravioletter (UV)-Strahlung aufzuklären und Schutzmaßnahmen zu verbessern. Die Deutsche Krebshilfe setzt damit ihre erfolgreiche Kampagne fort, mit der sie vor der Benutzung von Solarien warnt.

Es besteht wissenschaftlich kein Zweifel daran, dass ultraviolette Strahlung ein erhebliches gesundheitliches Risiko darstellen kann. Betroffen davon sind vor allem Haut, Auge und Immunsystem. Neben den akuten Wirkungen - wie Sonnenbrand oder Bindehautentzündung - geben mögliche langfristige Wirkungen Anlass zur Besorgnis. Dazu gehört insbesondere der Hautkrebs, aber auch Linsentrübungen des Auges. Diese schädlichen Wirkungen werden nicht nur durch natürliche UV-Strahlung der Sonne ausgelöst, sondern auch durch künstliche UV-Strahlung in Solarien.


"Gesunde Bräune ist im Solarium nicht zu haben! Um gesundheitliche Risiken zu vermeiden, sollte künstliche UV-Strahlung in Solarien zu rein kosmetischen Zwecken, zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens oder zur Gesundheitsprophylaxe grundsätzlich nicht genutzt werden", betonte BfS-Präsident Wolfram König heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von BfS, ADP und Deutscher Krebshilfe. "Für Kinder, Jugendliche und Menschen mit dem empfindlichen Hauttyp I ist dies besonders zu beachten. Sie sollten in keinem Fall der Strahlung von Solarien und UV-Heimsonnen ausgesetzt werden. Wer dennoch ins Solarium gehen will, sollte zumindest zur persönlichen Risikobewertung einen "Solarium-Check" durchführen und danach sein Vorhaben überdenken." Der Solarium-Check wurde gemeinsam vom BfS, ADP und der Deutschen Krebshilfe entwickelt. Damit kann jeder die Mindestkriterien prüfen, die ein Solarium erfüllen sollte. Ausgenommen von dieser Warnung bleiben medizinische Indikationen.

Die Solarien-Betreiber wurden im Vorfeld umfassend über die erforderlichen Qualitätskriterien ihrer Geräte informiert. Außerdem werden derzeit gemeinsam von BfS, ADP und Deutscher Krebshilfe detaillierte Kriterien für eine Zertifizierung von Solarien erarbeitet. Das BfS empfiehlt dringend, nur solche Solarien zu betreiben, die diesen Kriterien entsprechen. "Sollte diese Empfehlung in absehbarer Zeit nicht überprüfbar umgesetzt werden, sind aus Gründen der Gesundheitsvorsorge gesetzgeberische Initiativen notwendig", so BfS-Präsident König.

Professor Dr. Eckard Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention gab potentiellen Solarienbenutzern ergänzend folgende Hinweise: "Prüfen Sie, ob Sie zu den Risikogruppen gehören. Dazu zählen Personen mit auffälligen, besonders vielen oder großen Pigmentmalen sowie Menschen, die zu Sommersprossen neigen oder viele Sonnenbrände in der Kindheit erlitten haben. Ein besonderes Risiko tragen auch Personen, die an Hautkrebs oder Vorstufen davon erkrankt sind, schon einmal daran erkrankt waren, oder eine familiäre Veranlagung dazu besitzen."

BfS, ADP und Deutsche Krebshilfe geben den Bürgern darüber hinaus folgende Hinweise:
  • Das Risiko von Solarienbesuchen lässt sich mindern, wenn nur Solarien aufgesucht werden, die den Anforderungen der Strahlenschutzkommission entsprechen.
  • Hautrötungen sind zu verhindern, indem die Bestrahlungsdauer begrenzt wird.
  • Es sollten keine Sonnenschutzmittel verwendet werden. Einige Stunden vor der Bestrahlung sind keine Duftstoffe zu verwenden und Kosmetika zu entfernen.
  • Während der Bestrahlung im Solarium ist eine Schutzbrille zu tragen.
  • Auf eine Vorbräunung in Solarien, beispielsweise vor dem Urlaub, sollte verzichtet werden.

Das BfS wird zukünftig mit der ADP und der Deutschen Krebshilfe gemeinsam zu diesem Thema verstärkt an die Öffentlichkeit treten. Durch konsequente Fortführung der Forschung wird das BfS dazu beitragen, die noch bestehenden offenen Fragen - etwa zu den genauen Entstehungsmechanismen des Melanoms und über mögliche Risikofaktoren - zu klären.

Sie finden den "Solarium-Check"

  • im Infoblatt "Solarienbenutzung erhöht das gesundheitliche Risiko"
    Bestelladresse: Bundesamt für Strahlenschutz, Presse- und Öffentlich-keitsarbeit, Postfach 100149, 38201 Salzgitter

  • in der Broschüre "Selbstverteidigung für Solariumgänger"
    Bestelladresse: Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V., Postfach 100745, 20005 Hamburg, oder Deutsche Krebshilfe, Thomas-Mann-Straße 40, 53111 Bonn.

Interviewpartner auf Anfrage!


Dr. med. Eva M. Kalbheim-Gapp | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

Weitere Berichte zu: ADP BfS Dermatologie Hautkrebs UV-Strahlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mikrobiologen entwickeln Methode zur beschleunigten Bestimmung von Antibiotikaresistenzen
13.02.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Überschreiben oder Speichern? Die Gewissensfrage zur Vergesslichkeit
13.02.2018 | PhytoDoc Ltd.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics