Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher wollen die Bestrahlung von Lungentumoren verbessern

29.11.2005


Für diesen beweglichen Bestrahlungstisch (HexaPod) wird an der Uni Würzburg eine spezielle Steuerung entwickelt. Dadurch soll die Strahlentherapie für Patienten mit Lungentumoren verbessert werden. Foto: Jürgen Wilbert


Viele Krebspatienten müssen sich einer Strahlentherapie unterziehen. Dabei ist es wichtig, den Tumor möglichst genau mit einer hohen Dosis zu bestrahlen. Aber dieses Ziel ist nicht immer ideal zu verwirklichen - etwa bei Lungentumoren, denn diese bleiben durch die Atembewegungen der Patienten während der Bestrahlung nicht an Ort und Stelle.


Hier wollen Medizinphysiker und Informatiker von der Uni Würzburg gemeinsam mit einem Partner aus der Industrie Abhilfe schaffen. Das Projekt wird von der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert. Beteiligt sind die Uniklinik für Strahlentherapie, der Lehrstuhl für Technische Informatik (Robotik und Telematik) sowie die Firma Medical Intelligence aus Schwabmünchen.

"Unbewegte Tumore können heute sehr exakt mit hoch energetischen Röntgenstrahlen behandelt werden", sagt Jürgen Meyer von der Klinik für Strahlentherapie. Das gelinge durch das Zusammenspiel unterschiedlicher bildgebender Verfahren (Computer-, Magnetresonanz- oder Positronenemissions-Tomographie) mit moderner Software für die Bestrahlungsplanung und mit hoch präzisen Bestrahlungsgeräten.


Dagegen müssen bei Tumoren, die während der Behandlung ständig in Bewegung sind, große Sicherheitssäume eingehalten werden. Das heißt: Um etwa einen Lungentumor zuverlässig zu treffen, muss der zu bestrahlende Bereich relativ groß gewählt werden. Dadurch ist aber auch die Strahlenbelastung des umliegenden, gesunden Gewebes sehr hoch. Im Tumor kann so nicht die optimale Dosis erreicht werden. "Aus Studien wissen wir aber, dass eine höhere Strahlendosis die Tumoren deutlich besser bekämpft", erklärt Meyer.

Darum soll bei dem Würzburger Forschungsprojekt versucht werden, während der Bestrahlung die Bewegung des Tumors auszugleichen. Dazu müssen zunächst dessen Position und Bewegungen mit Sensoren erfasst und in einem Modell vorhergesagt werden, um rechtzeitig gegensteuern zu können.

Weil der Therapiestrahl selbst fest fixiert ist, müssen die Atembewegungen des Patienten auf andere Weise ausgeglichen werden. Zu diesem Zweck kommt der bewegliche und steuerbare Bestrahlungstisch HexaPod der Schwabmünchener Firma zum Einsatz. Für ihn wollen die Wissenschaftler eine spezielle Steuerung entwickeln: Es geht darum, den Tisch in Echtzeit so nachzuregeln, dass der Tumor trotz der Bewegung des Brustkorbs an einer Stelle im Raum bleibt - so kann der Strahl genau auf den Tumor fixiert bleiben. Wenn dieses Vorhaben realisiert ist, sollten sich künftig auch Lungentumoren mit der bestmöglichen Genauigkeit und in ausreichender Dosierung bestrahlen lassen.

Weitere Informationen: Dr. Jürgen Meyer, T (0931) 201-28881, Fax (0931) 201-28221, E-Mail: Meyer_J@klinik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Atembewegung Lungentumor Strahlentherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften