Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Moderne Transplantations-Methoden lindern lange Leiden bei Arthrose

01.10.2001


Mit einer neuen Transplantationstechnik werden Betroffenen winzige gesunde Knorpelstückchen entnommen, im Labor Bio-technisch vermehrt und an der defekten Stelle wieder eingesetzt. Die Erfolgsquote, berichtet Professor Klaus Bläsius(l.) von der "Deutschen Gesellschaft für innovative Orthopädie (Degio)", liege inzwischen bei 90 Prozent
Das Foto zeigt Prof. Klaus Bläsius mit der im Text genannten Patientin Susanne SchweinsbergQuelle: Dt. Ges. f. innovative Orthopädie e.V.


Eigener Knorpel hilft defekten Knie wieder auf die Sprünge

Kleiner Defekt, große Wirkung: Millionen Deutsche leiden unter dem Kreuz mit dem Knie. Gegen langwierige quälende Schmerzen nach oft nur winzig-kleinen Knorpelverletzungen hilft jetzt eine neue Methode. Dabei werden körpereigene Knorpelzellen im Labor vermehrt und ins geschädigte Knie transplantiert, berichtet die Deutsche Gesellschaft für innovative Orthopädie (Degio).

Fast jeder zweite Deutsche hat irgendwann in seinem Leben Last mit den Knien. Die meistgestellte Diagnose lautet: Arthrose, häufig schon verursacht durch leichte Beschädigung des Knorpels nach einem Rempler oder einem Sportunfall. Für viele Patienten beginnt mit dem ersten schmerzhaften Stechen im Gelenk ein langer Leidensweg, der bisher oft mit der Implantation eines künstlichen Kniegelenkes endete. Hoffnung können Kniekranke jetzt mit einer neuen Transplantationsmethode schöpfen, bei der körpereigener Knorpel eingesetzt wird, um den Defekt im Knie zu beheben. Die Operation wird nur in wenigen Kliniken in Deutschland angeboten. Zu den ersten und erfahrendsten Knorpeltransplanteuren Deutschlands gehört Professor Dr. Klaus Bläsius vom Bethlehem-Krankenhaus in Stolberg bei Aachen.

Dort endete auch für die Fußballerin Susanne Schweinsberg (28) ein mehr als sechsjähriger Marathon durch deutsche Operationssäle. "Alle wollten mir helfen, doch schmerzfrei bin ich erst seit der Knorpeltransplantation", sagt die Büroangestellte. Die Behandlung erfolgt in zwei Schritten: In einer ersten Arthroskopie (Schlüsselloch-Operation) werden dem Patienten an der Schienbeinvorderkante zwei winzige Stücke gesunder Knorpel entnommen. Vier Wochen werden diese Knorpelstückchen in einem Speziallabor in Boston/USA Bio-technisch vermehrt und danach in einer zweiten Operation an die defekte Stelle im Kniegelenk (blauer Punkt) implantiert. "Vier Wochen nach der zweiten OP ist das Knie wieder belastbar, nach drei Monaten fahren die meisten Patienten wieder Rad", berichtet Professor Bläsius, dessen Erfolgsquote bei rund 90 Prozent liegt. Patientenbroschüren zur "Autologen Chrondrozyten-Transplantation" gibt es u.a. beim Betlehem-Krankenhaus Stolberg, Orthopädische Abteilung, Telefon: 02402/1074355 E-Mail: orthopaedie@bethlehem.de

Prof. Dr. Klaus Bläsius | ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten