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Frauen fordern die Einführung von HPV-Tests im Rahmen der Krebsvorsorge in ganz Europa

20.09.2001


Die Initiative "European women for hpv testing" ließ heute 1.200 violette Ballons nahe des Europaparlaments in die Luft steigen - ein Symbol für die 12.800 europäischen Frauen - davon 2.600 in Deutschland, die jedes Jahr an Gebärmutterhalskrebs sterben. Das humane Papillomavirus (HPV) gilt erwiesenermaßen als Ursache für Gebärmutterhalskrebs. Nach Auffassung der Initiative ist es für die meisten Frauen unverständlich, dass - obwohl die Bedeutung des Virus bei Regierungen und Gesundheitsbehörden längst hinlänglich bekannt ist - der Test zur Erkennung des Virus noch immer nicht zum Standard der nationalen Krebsvorsorgeprogramme gehört.

In einem offenen Brief an den EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, David Byrne, drängte die Gruppe darauf, einen Nachtrag in dem in Kürze erscheinenden Empfehlungskatalog der Kommission zu Krebsvorsorgeuntersuchungen anzufügen. European women for hpv testing schlägt der Kommission vor, die kürzlich von der Europäischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten in der Geburtshilfe und Gynäkologie (ESIDOG) erschienenen Richtlinien, die HPV-Tests als ergänzenden Bestandteil der Krebsvorsorgeuntersuchungen empfehlen, als wissenschaftliche Grundlage zu verwenden.

Ria Oomen-Ruijten, (NL, MEP), Fürsprecherin der Initiative erklärte auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der Luftballonaktion: "Es ist an der Zeit, dass die europäischen Regierungen sich für derartige Maßnahmen stark machen, um den Gebärmutterhalskrebs zu besiegen. Angesichts des derzeitigen Standes der Wissenschaft gibt es für Untätigkeit keine Entschuldigung mehr."

Der Vorsitzende der ESIDOG, Prof. E. R. Weissenbacher, München, ergänzte: "Die klinischen Daten und Ergebnisse der bisherigen Vorsorgeuntersuchungen zeigen, dass es notwendig ist, den HPV-Test zusätzlich anzuwenden. Und es ist notwendig, europaweit einheitliche Standards zu setzen."

Die Luftballonaktion gilt auch als Geburtsstunde der Initiative European women for hpv testing, die gegründet wurde, um dem Thema - nach erfolgreichen Aktionen in Großbritannien und Deutschland - nun eine europäische Dimension zu verleihen.

Prominente Frauen aus derzeit elf EU-Ländern (in Deutschland u. a. Dr. Rita Süssmuth, Sabine Christiansen und Nina Ruge) setzen sich dafür ein, dass der HPV-Test allen Frauen in Europa zugänglich gemacht wird. Neben Nicole Fontaine, Präsidentin des Europäischen Parlaments und Flavia Franzoni Prodi, Professorin an der Universität Bologna, haben europaweit mehr als 100 prominente Frauen ihre Unterstützung angeboten.

Die nationalen Vorsorgeprogramme basieren heute noch auf dem PAP-Test, der dazu beigetragen hat, die Anzahl der Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs zu reduzieren. Studien haben jedoch ergeben, dass der PAP-Test auch bei korrekten und vorschriftsmäßigen Untersuchungen oft falsch-negative Ergebnisse liefert. Mit der Kombination von PAP-Test und HPV-Test können humane Papillomaviren bis zu 100 Prozent entdeckt, und damit dem Gebärmutterhalskrebs vorgebeugt werden.

Women for hpv testing werden ihre Kampagne für HPV-Tests so lange weiterführen, bis alle Frauen in der Europäischen Union Zugang zu der lebensrettenden Untersuchung haben.

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Weitere Informationen:
http://www.womenforhpvtesting.org/

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