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Den Trend zum Übergewicht stoppen

22.09.2005


"Du musst nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Kopfe essen, damit dich nicht die Naschhaftigkeit des Mundes zugrunde richtet." Dieser schon mehr als hundert Jahre alte Ausspruch Friedrich Nietzsches kennzeichnet die heutige Ernährungssituation und das heutige Ernährungsproblem sehr treffend. Das Thema Übergewicht ist von wachsender Bedeutung. Ihm nimmt sich mehr und mehr auch die Politik und Wissenschaft an. In Deutschland sind mehr als 20 Prozent aller Erwachsenen und 15 Prozent der Schulanfänger übergewichtig. "Der Trend zum Übergewicht muss gestoppt werden", fordert die Lebensmittelchemische Gesellschaft, die größte Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), auf dem Deutschen Lebensmittelchemikertag vom 19. bis 21. September in Hamburg.



Der erste Schritt ist eine ausgewogene Ernährung. Sie versorgt den Körper mit allen Nährstoffen, die für die Gesundheit und das Wohlbefinden unerlässlich sind. Sie ist abwechslungsreich und auf den individuellen Energie- und Nährstoffbedarf abgestimmt. Wichtig aber bleiben auch die Freude und der Genuss am Essen.

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Die vorhandene breite Auswahl an Lebensmitteln ist mehr als ausreichend. Die verschiedenen Nahrungsmittel müssen nur gezielt und bewusst kombiniert werden. Bei der richtigen Zusammenstellung gibt es keine Unterscheidung zwischen gesunden und ungesunden Lebensmitteln. Jedes Lebensmittel kann seinen Platz in einer ausgewogenen Ernährungsweise finden.

Lebensmittelchemiker haben sich zum Ziel gesetzt, zur weiteren Verbesserung der Ernährungssituation beizutragen. So liegt ein bedeutendes Arbeitsgebiet des Lebensmittelchemikers im Bereich der Produktentwicklung. Das Wissen um die Nährstoffgehalte der einzelnen Lebensmittel und Lebensmittelzutaten ermöglicht eine Optimierung der Produkte von der Rezeptur her. Als große Gruppe derartiger Lebensmittel seien nur die sogenannten Light-Produkte oder auch angereicherte Lebensmittel genannt. Bei der Herstellungsart und Behandlung der Lebensmittel wird zudem auf die bestmögliche Schonung der Nährstoffe geachtet. So haben schonende Verfahren der Zubereitung und Konservierung wesentlich zu einer immer höheren Qualität und auch Sicherheit der Lebensmittel beigetragen. Viele unerwünschte Inhaltsstoffe wie trans-Fettsäuren konnten durch Verbesserung der Herstellungsverfahren bei der Härtung von Ölen in Lebensmitteln deutlich reduziert werden.

Aber nicht nur die verbesserte Zusammensetzung der Lebensmittel, sondern auch die Vermittlung des Wissens darüber ist wichtig, um eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten herbeizuführen. Das Etikett mit Informationen über die wichtigsten Nährstoffgehalte (Nährwertkennzeichnung) der Erzeugnisse macht eine richtige Auswahl und Zusammenstellung im Sinne eines ausgewogenen Ernährungsplanes möglich.

Der Lebensmittelchemiker setzt wissenschaftlich anerkannte Ernährungsempfehlungen in entsprechende Produkte um - verbunden mit sachdienlicher Information auf dem Etikett und in der Beratung. Eine Trendwende im Ernährungsverhalten ist aber nur dann möglich, wenn auch in anderen Bereichen wie Bildung, Aufklärung und vor allem Sport und Bewegung zusätzliche zielführende Maßnahmen getroffen werden.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 27.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie unterhält 25 Fachgruppen und Sektionen. Mit rund 2.800 Mitgliedern ist die Lebensmittelchemische Gesellschaft die größte Fachgruppe in der GDCh. Sie veranstaltet mit dem Deutschen Lebensmittelchemikertag die zentrale Jahrestagung der Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker in Deutschland. Mehr als 500 Wissenschaftler aus der Wirtschaft sowie aus Behörden, Handelslaboratorien, Hochschulen oder anderen Forschungseinrichtungen treffen sich hier, um die Weiterentwicklung ihrer Wissenschaft in Vorträgen und Postern vorzustellen und zu diskutieren. 2005 ist der Deutsche Lebensmittelchemikertag mit der EURO FOOD CHEM XIII gekoppelt, die von der Food Chemistry Division der European Association for Chemical and Molecular Sciences (EuCheMS) vom 21. bis 23. September in Hamburg veranstaltet wird. Die GDCh ist Mitglied in der EuCheMS.

Dr. Renate Hoer | idw
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

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