Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HNO-Ärzte der Universitätsklinik Würzburg implantierten erstmals in Deutschland einem Patienten Hörsystem in beide Ohren

14.09.2001


Erste Ergebnisse nach Programmierung des Gerätes erwartet

Erstmalig in Deutschland wurde einem Patienten ein implantierbares Hörsystem auch in das zweite Ohr eingesetzt. Nach der gelungen Operation wird das Gerät heute durch eine Hörgeräteakustikerin programmiert. Erst nach der erfolgreichen Anpassung wird für den Patienten eine seitengleiche Hörverbesserung erreicht.

Das Hörsystem "Vibrant Soundbridge" ist eine neu entwickelte Alternative für Patienten, die aus medizinischen, audiologischen oder sonstigen Gründen kein konventionelles Hörgerät tragen können. Das Hörimplantat lässt den Gehörgang frei und beeinträchtigt nicht das Resthörvermögen des Trägers.

Im Rahmen des chirurgischen Eingriffs wird dem Patienten ein Empfänger und elektromagnetischer Schallwandler hinter dem Ohr unter die Haut implantiert. Durch ein Leitungskabel ist er mit einem winzigen Zylinder verbunden, der wie ein "Knopf im Ohr" direkt am Gehörknöchelchen (Amboss) im Mittelohr sitzt. Dieser Zylinder wandelt die akustischen Signale in Schwingungen um, die den Schall über das Innenohr zum Hörzentrum im Gehirn weiterleiten. Der externe Audio-Prozessor, ausgestattet mit allen Funktionen eines modernen digitalen Hörgerätes, wird durch den Magneten an den internen Empfänger fixiert. Er ist so klein wie ein Zwei-Mark-Stück und sitzt "versteckt" unter dem Haar. Er wird in der Regel acht Wochen nach der Implantation vom Hörgeräteakustiker programmiert, d.h. der Chip zur digitalen Signalverarbeitung wird technisch justiert und an das Hörvermögen des Patienten angepasst. Der Audio-Prozessor nimmt den Schall auf, verstärkt ihn und sendet ihn an das Implantat.

Der Gehörgang bleibt frei und nimmt zusätzliche Schallinformationen auf. Im Vergleich zu konventionellen Hörsystemen sorgen die verbesserten akustischen Übertragungseigenschaften für einen natürlichen Klang, auch der eigenen Stimme. Rückkoppelungen (Pfeifen) gehören mit diesem System der Vergangenheit an.

"Vibrant Soundbridge" eignet sich besonders für Menschen mit mittlerer bis schwerer Innenohrschwerhörigkeit, deren Mittelohr funktionell intakt ist. Das System ist eine gute Alternative für diejenigen, die konventionelle Hörgeräte nicht tragen können. Es löst keine Kontaktallergien aus und ist unempfindlich für Feuchtigkeit. In der Regel kann der Patient einige Tage nach der Operation die Klinik verlassen. Danach übernimmt der Hörgeräteakustiker die weitere Betreuung des Hörsystems.

Internationale Erfahrungen mit derzeit über 500 einseitigen Implantationen belegen eine hohe Akzeptanz des neuen Systems. An der Universitätsklinik Würzburg wurden bisher 13 Systeme implantiert. "Der besondere Vorteil der ,Vibrant Soundbridge’ liegt im besseren Sprachverstehen und im Richtungshören", so Dr. Stefan Dazert, Oberarzt der HNO-Klinik, Universitätsklinik Würzburg.

"Vibrant Soundbridge" ist ein Gemeinschaftsprodukt der amerikanischen Firma Symphonix und Siemens Audiologische Technik. Es ist das einzige Mittelohrimplantat, das in Europa zugelassen ist und auch die strengen amerikanischen FDA-Anforderungen erfüllt.

Privat-Dozent Dr. Stefan Dazert | ots

Weitere Berichte zu: Hörgerät Hörsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise