Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Therapie des Kolonkarzinoms durch Kaliumkanal-Blocker

13.09.2005


Kolonkarzinome haben eine hohe Inzidenz und gehören zu den häufigsten bösartigen Tumoren überhaupt. Eine Diagnose in frühen Stadien ist wünschenswert und führt zu frühzeitiger therapeutischer Intervention. Es ist wenig bekannt über die zellulären und elektrophysiologischen Eigenschaften, die während Dedifferenzierung und Entwicklung zum bösartigen Karzinom auftreten. Wir vermuten daß abnorme elektrophysiologische Eigenschaften der Tumorzellen zu deren Wachstumsverhalten beitragen und daß ähnliche Vorgänge auch im entzündlich veränderten Kolon ablaufen. Die elektrophysiologischen Eigenschaften von Zellen sind durch Poren in der Zellmembran bedingt, die für geladene Teilchen durchgängig sind und deshalb als Ionenkanäle bezeichnet werden. Die Expression und Aktivität von Ionenkanälen verändert sich während der zellulären Differenzierung, d.h. während die Zellen altern. Durch äußere krebserregende Faktoren wird das Erbgut der Zellen verändert (Mutagenese) und die Zelle entwickelt sich über mehrere Schritte zur Krebszelle. Entwickelt sich eine differenzierte Zelle zur Tumorzelle, so geht sie wieder zurück in den Zustand einer sich teilenden "jugendlichen" Zelle und erhält andere Ionenkanäle, die in der ausgewachsenen Zelle nicht unbedingt zu finden sind. Derartige Veränderungen könnten auch das Auftreten von Durchfällen bei entzündlichen Darmveränderungen und beim Darmkrebs erklären. Die meisten Untersuchungen wurden bislang an anderen Geweben und Zellarten vorgenommen. Aus den Ergebnissen dieser Experimente kann man schließen, daß es v.a. Kaliumionen-selektive Ionenkanäle sind, die bei diesen Vorgängen eine Rolle spielen. Wir wollen daher herausfinden, welche Kaliumionenkanäle bei der Tumorentstehung im Dickdarm betroffen sind.



Aus anderen Versuchen ist bekannt, daß Inhibitoren von Kaliumkanälen das Zellwachstum blockieren können. Für die verschiedenen Kaliumkanäle, die beim Zellwachstum eine Rolle spielen können, existieren mittlerweile recht spezifische Inhibitoren. In dem vorliegenden Forschungsprojekt sollen mögliche Blocker v.a. von sog. spannungsabhängigen Kv- Kaliumkanälen auf ihre wachstumshemmende Wirkung hin in kultivierten Krebszellkulturen und im Tiermodell untersucht werden. Hierzu kann in Mäusen ein Dickdarmkarzinom durch das Krebserzeugende Mittel Dimethylhydrazin (DMH) hervorgerufen werden. Wir werden untersuchen welche Ionenkanäle in den Krebszellen verändert sind und ob die Hemmung dieser Kaliumkanäle zu einer Hemmung des Krebswachstums beiträgt.



Kontakt:
Prof. Dr. med. Karl Kunzelmann, Physiologisches Institut der Universität Regensburg, 93053 Regensburg, Telefon: 0941-943-2981, Telefax: 0941-943-4315. Email: uqkku


Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 90.000 €
Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 150 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Weitere Berichte zu: Ionenkanal Kaliumkanal Krebszelle Tumorzelle Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial

16.01.2017 | Messenachrichten

Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie