Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesund Altern mit Sport

28.07.2005


Die meisten Menschen, vor allem ältere, bewegen sich viel zu wenig. Dabei ist körperliche Inaktivität - wie zahlreiche epidemiologische Arbeiten zeigen - ein signifikantes Gesundheitsrisiko. Gesundheitsorganisationen wie das Robert Koch Institut in Berlin empfehlen der erwachsenen Bevölkerung, täglich mindestens 30 Minuten körperlich aktiv zu sein. An diesem Punkt setzt das Institut für Sportwissenschaft der Universität Stuttgart mit zwei Projekten an, die von der Landesstiftung Baden-Württemberg innerhalb des Forschungsschwerpunkts "Sport-Prävention und Gesundheit" gefördert werden. Im Wettbewerb mit über zwanzig Antragstellern baden-württembergischer Universitäten (Kliniken, Sportinstitute) konnte sich das Institut gleich mit zwei Anträgen durchsetzen. Ziel der am 1. August startenden Projekte ist es, die Datenbasis über die Wirkungen körperlich aktiven Lebensstils zu verbessern und die Akzeptanz von Aktivitätsprogrammen zu untersuchen.



Wer ist aktiv in Stuttgart und Rottweil?

... mehr zu:
»Sportwissenschaft


Ein Projekt unter Leitung von Institutschef Wolfgang Schlicht untersucht Prozesse und strukturelle Bedingungen, die über 50-jährige Personen daran hindern oder es ihnen erleichtern, regelmäßig körperlich aktiv zu sein. Ein retrospektiver Zugang erfasst strukturelle Barrieren und Erleichterungen (wie etwa Mentalitäten eines Lebensstils oder Sportangebote) im biographischen Kontext an einer Stichprobe von 1.200 Personen aus dem Raum Stuttgart für ein städtisches Umfeld und dem Landkreis Rottweil für den ländlichen Raum. Für eine prospektive Studie werden aus diesem Pool 16 Einzelfälle zufällig gezogen, die während eines Jahres monatlich befragt werden. Die Landesstiftung fördert dieses Projekt mit 190.000 Euro über drei Jahre.

Aktivität und Lebensstil in Baden-Württemberg unter der Lupe

Eine zweite Studie unter Beteiligung des Sportsoziologen Prof. Klaus-Peter Brinkhoff vom Stuttgarter Uni-Institut erhebt - erstmals für Baden-Württemberg - repräsentative Querschnittsdaten zum Aktivitäts-/Sport- und Gesundheitsverhalten von Menschen zwischen dem 70sten und 70sten Lebensjahr. Die Sportwissenschaftler setzen die gewonnenen Informationen zur körperlichen Aktivität auf der Basis einer Stichprobe von 2.000 Personen in Bezug zu sozialstrukturellen und psychischen Faktoren. Ziel dieses Vorgehens ist es, detaillierte Informationen über typische Lebensstile sowie über Prioritätensetzungen bei der individuellen Lebensführung älterer Menschen zu ermitteln. Dieses gemeinsam mit der Universität Tübingen durchgeführte Projekt wird mit 57.000 Euro für zwei Jahre gefördert.

Die Stuttgarter Sportwissenschaftler gehen bei beiden Projekten von einem psychosozialen Ansatz aus, der unterstellt, dass Altern gelingen und misslingen kann. Sie betrachten körperliche Aktivität und Sport als Strategie, die zu "erfolgreichem" Altern beitragen kann. Die Arbeitsgruppe um Prof. Wolfgang Schlicht kann für diese gesellschaftspolitisch wichtige Thematik auf umfangreiche Vorarbeiten zurückgreifen. Am Institut für Sportwissenschaft der Universität Stuttgart wurden bereits mehrere Studien durchgeführt und Gesundheitskampagnen wissenschaftlich begleitet, mit denen inaktive Personen zu mehr und regelmäßiger Aktivität motiviert werden sollen.

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.sport.uni-stuttgart.de

Weitere Berichte zu: Sportwissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf
06.12.2016 | Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe

06.12.2016 | Geowissenschaften

Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs

06.12.2016 | Medizin Gesundheit

Bioabbaubare Polymer-Beschichtung für Implantate

06.12.2016 | Materialwissenschaften