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Tattoo im Urlaub: Hepatitis gibt es gratis dazu

28.07.2005


Mangelnde Hygiene kann Hepatitis-Infektion begünstigen

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Manche nutzen den Urlaub, um sich am Ferienort ein Tattoo in die Haut ritzen zu lassen. Doch Vorsicht: Bei mangelnder Sauberkeit kann man sich nicht nur die Verzierung, sondern auch eine gefährliche Lebererkrankung (Hepatitis C) einhandeln.

Urlaubszeit ist Reisezeit. Und bei Sonne, Meer und Ferienspaß werden Risiken gerne verdrängt. Wer denkt schon daran, dass der nette Urlaubsflirt als Erinnerung eine gefährliche Hepatitis hinterlassen kann? Oder dass das schicke Tattoo als Erinnerung zwar Freude machen, aber zu Hause noch jahrelang quälende Nebenwirkungen bringen kann?


Eine dieser unangenehmen Gefahren ist die Hepatitis, im Übrigen eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Diese entzündliche Lebererkrankung wird durch Viren verursacht. Je nach Virus unterscheidet man vor allem in Hepatitis A, Hepatitis B und Hepatitis C.

Die Hälfte der Hepatitis A -Fälle in Deutschland wird im Urlaub in südlichen Ländern durch die Aufnahme von verunreinigtem Wasser erworben. In zwei Drittel der Fälle verläuft die Erkrankung symptomlos. Sie wird von den Betroffenen überhaupt nicht bemerkt und heilt von selbst wieder aus. Dennoch ist eine Impfung vor dem Urlaub möglich und empfehlenswert.

Schwerer können die Folgen einer Hepatitis B-Erkrankung sein. Eine Infektion kann bei chronischem Verlauf Leberzirrhose und Leberkrebs nach sich ziehen. Jährlich sterben ca. 1.000 Deutsche an Hepatitis B.

Übertragen wird Hepatitis durch alle Arten von Körperflüssigkeiten, beispielsweise durch unvorsichtige sexuelle Kontakte. Pro Jahr werden ca. 50.000 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet. Am stärksten betroffen ist hierbei die Gruppe der 15- bis 25jährigen. Dass die Ansteckungshäufigkeit 100 mal höher als bei HIV ist, liegt unter anderem an der Tatsache, dass Hepatitis B-Viren bis zu 7 Tage außerhalb des Körpers ansteckend bleiben können (z.B. an gemeinsam verwendeten Rasierern oder Zahnbürsten). Eine Impfung ist, wie auch bei der Hepatitis A, möglich und vor einer Urlaubsreise angebracht.

Keine Impfmöglichkeit besteht hingegen für die Hepatitis C. Bei ihr ist ebenfalls eine sexuelle Übertragung möglich, wenn auch größere Gefahren von einer Bluttransfusion (insbesondere vor 1991) ausgehen. Eine weitere, aber oft unbedachte Möglichkeit der Ansteckung ist das Anbringen von Tattoos und Piercings unter nicht sterilen Bedingungen, wie dies oft in Touristenorten der Fall sein kann.

Die Symptome für eine Hepatitis C-Erkrankung sind vielfältig; in den meisten Fällen klagen die Betroffenen über Oberbauchschmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Die Diagnose stellt der Arzt auf Grund einer Untersuchung der Leberwerte (insbesondere der GPT). Ist der GPT Wert auch nur leicht erhöht, sollte unverzüglich ein Anti-HCV-Antikörpertest erfolgen. Denn bei einer erfolgten Ansteckung mit Hepatitis C bilden sich Antikörper (Beginn: 2 Wochen bis 6 Monate nach der Ansteckung).

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Sie an Hepatitis erkrankt sind, suchen Sie am besten einen Arzt auf. Dies gilt auch für diejenigen, die in den vergangenen Jahren im Ausland Tattoos oder Piercings erhielten und im Nachhinein Zweifel an der damaligen Hygiene haben. Denn je eher der Arzt die Erkrankung entdeckt, desto besser kann er Ihnen helfen.

Nils Feigel | pressetext
Weitere Informationen:
http://www.kwhc.de

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