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Forschungszentrum Immunologie

27.08.2001


Ein Forschungszentrum "Immunologie" Magdeburg/Halle (Sachsen-Anhalt) wird mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) an den Universitäten Magdeburg und Halle eingerichtet. "Im Rahmen der dreijährigen Förderperiode sollen insbesondere die strukturellen Voraussetzungen für eine zukunftsweisende immunologische Forschung in Sachsen-Anhalt geschaffen werden", informiert Professor Burkhart Schraven von der Universität Magdeburg, Sprecher und Koordinator des neuen Forschungszentrums.

Immunologische Prozesse spielen in fast allen Bereichen der Medizin eine fundamentale Rolle. Viele klinische Fragestellungen zur Entstehung, Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen beruhen auf Prozessen, die vom Immunsystem eingeleitet und unterhalten werden. Bislang sind eine Reihe von Fragen jedoch nicht erschöpfend beantwortet, wie die Suche nach den Ursachen für Autoimmunerkrankungen, beispielsweise Diabetes Mellitus, Morbus Crohn, Hepatitis und Multiple Sklerose.

Im künftigen Forschungszentrum "Immunologie" Magdeburg/Halle (Sachsen-Anhalt) sollen mehrere Servicezentren eingerichtet werden, zum Beispiel an der Universität Magdeburg ein Servicezentrum "Bildgebende Verfahren und zelluläre Diagnostik" und ein Servicezentrum "Proteomics und Genomics". Während in der Einheit "Bildgebende Verfahren und zelluläre Diagnostik" modernste mikroskopische Verfahren zur Visualisierung zellulärer Aktivierungs- und Differenzierungsvorgänge entwickelt werden, ist es Aufgabe der Serviceeinheit "Proteomics und Genomics", Fragen zur Veränderung des Proteinexpressionsmusters bei verschiedenen Erkrankungen zu bearbeiten. Hiermit sollen zunächst solche Proteine identifiziert werden, die mit Krankheiten assoziiert sind, welche vom Immunsystem ausgelöst oder unterhalten werden. Im Weiteren soll dann die Bedeutung dieser Proteine für die Initiierung und den Verlauf der entsprechenden Erkrankung weiter untersucht werden. Ergänzt werden die Magdeburger Serviceeinheiten durch entsprechende Einrichtungen an der Universität Halle (Serviceeinheiten "Zellulartherapie" und "Funktionelle Immungenetik").

"Neben den Servicezentren soll im Rahmen des Aufbaus des Forschungszentrums gezielt eine Förderung des klinisch-immunologisch arbeitenden Nachwuchses und der klinischen Forschung erfolgen", sagt Professor Schraven, der im März diesen Jahres die C4-Professur für Immunologie und damit gleichzeitig die Leitung des Institutes für Immunologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg übernommen hat. Hierzu sollen in Magdeburg und auch in Halle zwei gut ausgestattete Nachwuchsforschergruppen, die von klinisch tätigen Kollegen geleitet werden, etabliert werden. Weiterhin soll baldmöglichst mit dem Aufbau eines Graduiertenkollegs für junge Wissenschaftler begonnen werden.

"Insgesamt besteht das Hauptziel der Einrichtung des neuen interuniversitären Forschungszentrums darin", fasst Professor Schraven zusammen, "dem Wissenschaftsstandort Sachsen-Anhalt auch auf dem Gebiet der immunologischen Forschung internationales Profil zu verleihen und hierdurch eine Signalwirkung nach außen zu erzielen, die die Standorte Magdeburg und Halle für den wissenschaftlichen Nachwuchs noch attraktiver werden lässt." Das neue Forschungszentrum Immunologie wird vom BMBF in den nächsten drei Jahren mit insgesamt 14,0 Mio. DM gefördert.

Der Schwerpunkt "Immunologie und Molekulare Medizin der Entzündung" ist neben den "Neurowissenschaften" einer der beiden Forschungsschwerpunkte an der Medizinischen Fakultät Magdeburg. Die immunologische Forschung beschäftigte sich in der Vergangenheit vornehmlich mit Fragestellungen zur Bedeutung eiweißabbauender Moleküle in der Diagnostik und Therapie von immunologischen und chronisch entzündlichen Erkrankungen. In der Zukunft sollen auch Fragestellungen zu den molekularen Mechanismen der Aktivierung und Differenzierung immunkompetenter Zellen bearbeitet werden. Untersucht werden z.B. der Aufbau intrazellulärer Signalkaskaden und die molekularen Wechselwirkungen zwischen signalübertragenden Proteinen. Hierzu werden modernste biochemische, molekularbiologische und zellbiologische Verfahren zum Einsatz gebracht. Neben neuen Einblicken in die Physiologie der Immunantwort versprechen sich die Forscher von ihren Arbeiten Erkenntnisse über die Ursachen der Fehlregulation des Immunsystems in pathophysiologischen Situationen, zum Beispiel bei Autoimmunerkrankungen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen, in Zusammenarbeit mit der ortsansässigen Industrie, neue Konzepte zur Diagnostik und Therapie immunologischer Erkrankungen entwickelt werden.

Nähere Auskünfte erteilt gern der Sprecher und Koordinator des Forschungszentrums "Immunologie" Magdeburg/Halle (Sachsen-Anhalt): Prof. Dr. med. Burkhart Schraven,
Direktor des Institutes für Immunologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg,
Tel. 0391/67 15800, E-Mail: burkhart.schraven@medizin.uni-magdeburg.de

Kornelia Suske | idw

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