Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Virtuelles Training anhand von 3D-Modellen für Chirurgen

04.07.2005


An der Fakultät für Informatik der Otto-von-Guericke-Universität wird derzeit an einem Projekt zu einem computergestützten Trainingssystem für die Leberchirurgie geforscht. Die Visualisierungsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Preim, Fakultät für Informatik der Magdeburger Universität, hat kürzlich einen mehrjährigen Forschungsauftrag vom BMBF erhalten. Das Forschungsvorhaben ist in ein nationales Konsortium eingebunden, dem Partner aus 28 Forschungsinstituten, Firmen und Universitätskliniken angehören. Das Konsortium soll die Planung komplexer Leberoperationen, z.B. zur Behandlung von Lebermetastasen, verbessern helfen. Die Leitung des Projekts liegt in den Händen von Prof. Dr. med. Hans-Peter Bruch, Leiter der Lübecker Universitätsklinik für Chirurgie.


3-D Darstellung der Leberanatomie mit Metastase



Mit Hilfe von Computertomographiedaten soll ein System entwickelt werden, mit dem der Chirurg vor der Operation das optimale Vorgehen simulieren, planen und die mit dem Eingriff verbundenen Risiken bewerten kann, erläutert Bernhard Preim, Professor für Visualisierung. Dazu wird mit Hilfe hoch spezialisierter Algorithmen aus den CT-Daten eine 3D-Karte der Anatomie des Patienten abgeleitet. Die Übertragung der Planungsergebnisse in den Operationssaal stellt dabei den anspruchvollsten Teil des Vorhabens dar. Ähnlich wie bei einem Navigationssystem im Auto sollen die operierenden Ärzte auf die Informationen im Operationssaal Zugriff haben. Die Position ihrer Instrumente wird an der entsprechenden Stelle in der 3-dimensionalen-Karte des Patienten eingezeichnet und kritische Strukturen, wie große Blutgefäße, markiert.

... mehr zu:
»Chirurg


Die Magdeburger Wissenschaftler werden in enger Abstimmung mit Chirurgen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf sowie des Allgemeinen Krankenhauses Celle die angehenden Chirurgen mit der neuartigen Computerunterstützung vertraut machen. Die Mediziner werden anhand von 3D-Modellen der Patientenanatomie darauf vorbereitet, Operationen zu simulieren und eine Operationsstrategie zu entwickeln, die mit den realen Operationsentscheidungen erfahrener Chirurgen "verglichen" wird. Das virtuelle Training wird von der Arbeitsgruppe um den Magdeburger Informatiker Bernhard Preim durchgeführt.

Die Magdeburger Informatiker hatten an der Ausschreibung des BMBF unter dem Titel "Schonendes Operieren mit minimal-invasiver Technik" teilgenommen. Von 34 Anträgen wurden in einem zweistufigen Auswahlverfahren drei Projekte zur Förderung ausgewählt. Die Förderung läuft zunächst für drei Jahre und wird bei erfolgreicher Zwischenbegutachtung auf insgesamt 5 Jahre verlängert.

Weitere Informationen: Prof. Dr.-Ing. Bernhard Preim, Fakultät für Informatik, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel.: 0391 67-18512, E-Mail: preim@isg.cs.uni-magdeburg.de

Waltraud Riess | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-magdeburg.de/

Weitere Berichte zu: Chirurg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie