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Hirntumoren: Neue Therapien dringend nötig

01.07.2005


Deutsche Krebshilfe fördert fachübergreifende Vernetzung



Die häufigsten und bösartigsten Hirntumoren sind die so genannten Gliome. Patienten mit einem Gliom haben nach wie vor nur eine geringe Chance auf Heilung. Neue Diagnose- und Behandlungsstrategien sind daher dringend erforderlich. Aus diesem Grund hat die Deutsche Krebshilfe im Jahr 2004 das Verbundprojekt „Gliome: Interdisziplinäre Neuro-Onkologie, molekulare Diagnostik und neue Therapieansätze“ initiiert. Der bundesweite Verbund besteht aus zehn universitären Standorten. Am 1. und 2. Juli 2005 treffen sich die beteiligten Wissenschaftler in Bonn, um die neuesten Ergebnisse ihrer Forschungsprojekte vorzustellen und zu diskutieren.

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Gliome haben ihren Ursprung im Stützgewebe des Gehirns. Sie führen bei der bösartigsten Form, dem Glioblastom, bei der Hälfte der Patienten innerhalb eines Jahres zum Tod – trotz intensiver Therapie. Um die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Gliomen zu verbessern, schließt das Verbundprojekt der Deutschen Krebshilfe universitäre Zentren enger zusammen, die auf dem Gebiet der Hirntumoren forschen. „Durch diese fachübergreifende Vernetzung arbeiten wir Hand in Hand“, erklärte Professor Dr. Michael Weller, Neurologische Klinik der Universität Tübingen, heute, am 1. Juli 2005, bei einer Pressekonferenz in Bonn. „So können wir effizienter und schneller neue klinische Diagnose- und Therapiekonzepte erarbeiten sowie innovative Strategien und Qualitätsstandards entwickeln.“ Weller ist Sprecher des Verbundes und Leitender Oberarzt der Abteilung Allgemeine Neurologie der Universitätsklinik Tübingen. Das vorrangige Ziel des Verbundes ist es, die Ergebnisse aus der Gliom-Forschung in neue Behandlungskonzepte umzusetzen, die möglichst bald den Patienten zugute kommen sollen.

Zu den zehn universitären Standorten des Verbundes „Gliome“ zählen neben dem Universitätsklinikum Tübingen klinische Arbeitsgruppen an den Universitäten Bochum, Bonn, Dresden, Freiburg, Hamburg und München. Hinzu kommen Referenzzentren für Neuropathologie an den Universitäten Berlin und Düsseldorf sowie das Zentrum zur Datenerfassung und statistischen Auswertung an der Universität Leipzig.

Den unterschiedlichen Formen der Gliome liegen verschiedene genetische Veränderungen in den Hirntumorzellen zu Grunde. Im Rahmen des Verbundprojektes untersuchen die Forscher daher auch die molekularen Mechanismen, die zur Entstehung von Gliomen führen. Das Ziel ist es, den Krankheitsverlauf besser vorherzusagen und vor allem, eine maßgeschneiderte Therapie anbieten zu können. In weiteren Forschungsansätzen prüfen die Wissenschaftler vielversprechende Therapiemöglichkeiten und analysieren das Langzeitüberleben von Hirntumor-Patienten. Darüber hinaus erfassen sie therapiebedingte Schäden, die im Laufe der Behandlung auftreten. Sie wollen stark belastende Behandlungen vermeiden und so die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt den Verbund in einer ersten dreijährigen Förderperiode mit 3,6 Millionen Euro.

Zu den weiteren Verbundprogrammen der Deutschen Krebshilfe zählen Projekte auf den Gebieten erblicher Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Barrett-Karzinom - eine Krebserkrankung der Speiseröhre - sowie bösartige Lymphome und Immuntherapien bei Blutkrebs (Leukämie). „Durch solche überregionalen und interdisziplinären Netzwerke können Erkenntnisse erzielt werden, die in Einzelprojekten nicht möglich wären“, hebt Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, den wesentlichen Vorteil von Verbundprojekten hervor.

An dem Verbund „Gliome“ interessierte Ärzte und Patienten können sich wenden an Professor Dr. Michael Weller, Neurologische Klinik, Universität Tübingen, Telefonnummer: 07071/2987637, E-Mail: michael.weller@uni-tuebingen.de. Die Deutsche Krebshilfe hält eine kostenlose Broschüre zum Thema „Hirntumoren“ bereit.

| Deutsche Krebshilfe
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

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