Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kopfschmerz-Diagnostik: Hammer statt Bilder

01.07.2005


In der Diagnostik von Kopfschmerzen sind bildgebende Verfahren unnötig, wenn die Symptomatik eindeutig ist und der Arzt keine neurologischen Auffälligkeiten feststellt: "Bei klassischen Kopfschmerzen ist der Reflexhammer daher immer noch das wichtigste Diagnoseinstrument", kommentieren Experten eine neue spanische Studie, jetzt vorgestellt in den "Kopfschmerz-News", den Mitgliederinformationen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG).



Wenn Menschen immer wieder unter Kopfschmerzen leiden, fragen sich viele, ob ihre Beschwerden durch eine gefährliche Krankheit verursacht werden. Doch dies ist nur selten der Fall. Zumeist handelt es sich um so genannte "primäre Kopfschmerzen", etwa Migräne oder Spannungskopfschmerzen. Darum halten Experten den Einsatz bildgebender Verfahren in der Diagnostik von Kopfschmerzen für überflüssig. Dieser ist nur nötig, wenn Warnsignale darauf hindeuten, dass die Schmerzen Symptom einer anderen Erkrankung oder Verletzung sind ("sekundäre Kopfschmerzen").

... mehr zu:
»Kopfschmerz-Diagnostik


Einer von hundert

Dass bei chronischen Kopfschmerzen in der Tat auf den routinemäßigen Einsatz der Bildgebung verzichtet werden kann, bestätigt nun eine spanische Studie. 1876 Patienten, die an wiederkehrenden Kopfschmerzen litten, wurden zunächst körperlich untersucht. Es folgte eine Untersuchung des Schädels mit Magnetresonanz- oder Computertomographie. Nur bei 1,2 Prozent der Patienten entdeckten die Ärzte eine krankhafte Veränderungen, beispielsweise einen Schlaganfall, Gefäßmissbildungen oder Tumore. Einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Befund und den Kopfschmerzen konnten sie jedoch in vielen Fällen nicht nachweisen.

Darüber hinaus analysierten die Ärzte die Ergebnisse bei jenen Patienten, die - mit Ausnahme der Kopfschmerzen - keine zusätzlichen neurologischen Auffälligkeiten zeigten. Bei diesen waren pathologische Veränderungen nur in 0,9 Prozent der Fälle diagnostizierbar.

"Die Wahrscheinlichkeit, Erkrankungen im Schädelbereich mittels bildgebender Verfahren zu entdecken, liegt bei Kopfschmerzpatienten mit einem normalen neurologischen Befund und typischer Symptomatik mit 0,2 Prozent nicht höher als bei gesunden Menschen", lautet der Kommentar der Kopfschmerzexperten. Diese Wahrscheinlichkeit steige nur, wenn bei der neurologischen Untersuchung Auffälligkeiten festgestellt werden oder die Symptomatik der Kopfschmerzen vom Üblichen abweicht. Daher sei der Reflexhammer des Arztes immer noch das entscheidende Werkzeug in der Diagnostik von Kopfschmerzen.

Informationen für Patientinnen und Patienten zur Kopfschmerz-Diagnostik sowie zu Warnzeichen, wann Kopfschmerzen gefährlich sein könnten, stehen auf der Homepage der DMKG unter www.dmkg.de zur Verfügung.

Dipl. Biol. Barbara Ritzert | idw
Weitere Informationen:
http://www.dmkg.de

Weitere Berichte zu: Kopfschmerz-Diagnostik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kostformen im Vergleich: Für Menschen mit Diabetes ist die Mittelmeer-Diät besonders gut geeignet
19.01.2018 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Vielversprechender Malaria-Wirkstoff erprobt
19.01.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie