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Mineralwasser für Säuglingsnahrung muss frei von Uran sein

30.06.2005


Für Erwachsene ist bei geringen Gehalten kein gesundheitliches Risiko zu erkennen



Mineralwasser, das mit dem Zusatz "Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" versehen ist, sollte kein Uran enthalten. Dieses Fazit zieht das BfR, nachdem es die Urangehalte von Mineralwässern gesundheitlich bewertet hat. "Uran ist, wie andere Schwermetalle auch, ab bestimmten Konzentrationen giftig. Da Säuglinge besonders empfindlich reagieren, müssen bei ihnen strengere Maßstäbe angelegt werden als bei Erwachsenen", sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Für den Gehalt von Uran in Mineralwasser gibt es bisher keinen Grenzwert. Die Weltgesundheitsorganisation geht für Erwachsene davon aus, dass Urangehalte im Trinkwasser bis 15 µg je Liter aus gesundheitlich Sicht tolerierbar sind. Bis eigene Höchstmengen für Mineralwasser festgelegt werden, kann dieser Trinkwasserwert nach Ansicht des BfR hilfsweise angewendet werden. Die Untersuchungsbehörden der Bundesländer hatten über 1.500 Proben von Mineralwässern aus Deutschland auf ihren Gehalt an Uran untersucht.



Uran ist ein auf der Erde weit verbreitetes giftiges und radioaktives Schwermetall. Uranverbindungen können daher natürlicher Bestandteil von Gesteinen und Mineralien sowie von Wasser, Boden und Luft sein. Spuren von Uran sind daher auch in vielen Lebensmitteln und natürlich auch in Wasser nachweisbar.

Wie alle Schwermetalle kann Uran, wenn der Körper größere Mengen davon aufnimmt, auch die Funktion der Nieren beeinträchtigen. Der Mensch und insbesondere Säuglinge, als eine der empfindlichsten Bevölkerungsgruppen, sollten daher so wenig Uran wie möglich aufnehmen.

Eine Quelle der Uranaufnahme sind natürliche Mineralwässer. Bei seiner Passage durch die verschiedenen Gesteins- und Bodenschichten kann das Wasser dort vorkommende Uranverbindungen aufnehmen.

Nach Auffassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Belastung von Trinkwasser bis 15 µg je Liter für Erwachsene gesundheitlich akzeptabel. Das BfR geht davon aus, dass auch bei dem Genuss von Mineralwasser mit Urangehalten bis zu dieser Menge mit keiner gesundheitlichen Gefährdung des Verbrauchers gerechnet werden muss. Die Behörden der Bundesländer haben bei ihrer Untersuchung von Mineralwässern aus deutschen Brunnen festgestellt, dass rund 97 % der 1.530 Proben dieser Anforderung genügen.

Zunehmend wird Mineralwasser aber auch zur Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet. Hier sind strengere Maßstäbe anzulegen. Da Säuglinge besonders empfindlich auf Schwermetalle und damit auch auf Uran reagieren, sollte aus Vorsorgegründen in Mineralwässern, die speziell als "Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" ausgelobt werden, kein Uran enthalten sein. Immerhin erfüllen noch 44 % der untersuchten Mineralwässer diese Anforderung.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Homepage unter dem Menupunkt Lebensmittel/Lebensmittelsicherheit/Rückstände und Kontaminanten.

Dr. Irene Lukassowitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfr.bund.de

Weitere Berichte zu: Schwermetall Säuglingsnahrung Uran

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