Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Steroide verhindern Fehlgeburten

20.06.2005


Natürliche Killerzellen behindern das Einnisten des Fötus



Die Einnahme von Steroiden kann die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt signifikant senken: Besonders bei Frauen, die bereits mehrere Fehlgeburten hinter sich haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der University of Liverpool, die bei der 21. Jahresversammlung der European Society of Human Reproduction and Embryology in Kopenhagen vorgestellt wurde. "Die Steroide blockieren spezielle Immunzellen, die bei manchen Frauen zu einem Abstoßen des Fötus in der Gebärmutter führen", erklärte Studienleiterin Siobhan Quenby. Durch eine gezielte Behandlung mit Steroiden konnte eine Frau, die bereits 19 Fehlgeburten hinter sich hatte, nun ein Baby bekommen.



Die Forscher stellten fest, dass eine ungewöhnlich hohe Konzentration von so genannten natürlichen Killerzellen (NK) in der Gebärmutter das Einnisten der Eizelle behindert. Quenby und ihre Kollegen nehmen an, dass die NK-Zellen den heranwachsenden Fötus attackieren und es in weiterer Folge zu einer Fehlgeburt kommt. Da die NK-Zellen Steroid-Rezeptoren an ihrer Oberfläche aufweisen, kamen die Forscher auf die Idee, betroffene Frauen mit Steroiden zu behandeln.

Sie konnten 110 Frauen, die durchschnittlich sechs Fehlgeburten aus unbekannten Gründen hinter sich hatten, für die Versuchsreihe gewinnen. Die Experten testeten die Zahl der NK-Zellen in der Gebärmutter und verschrieben ihnen 20 Milligramm des oralen Steroids Prednisolone für die Dauer von 21 Tagen. "Durch die Einnahme des Steroids verringerte sich die Zahl der NK-Zellen signifikant. Vor der Behandlung lag der durchschnittliche Prozentsatz der NK-Zellen bei 14 Prozent, wobei der höchste Nachweis bei 72 Prozent lag. Nach der Behandlung hatte sich die Zahl der schädlichen Zellen auf durchschnittlich neun Prozent reduziert", erklärte Quenby. Quenby plant nun den Nachweis für die tatsächliche Wirksamkeit der Steroid-Therapie zu erbringen. Sie arbeitet an einer umfassenden Studie mit 700 Frauen.

Evelyn Lengauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.liv.ac.uk
http://www.eshre.com/

Weitere Berichte zu: Fehlgeburt Fötus Gebärmutter NK-Zelle Steroide

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Ein neuer Ansatz bei Hyperinsulinismus
18.09.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie