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Soja als funktionelles Lebensmittel?

11.05.2005


Trend-Produkte auf Europäer zugeschnitten



Jahrzehntelang schätzten Europäer die proteinreichen Bohnen aus Asien höchstens als billigen Ersatz für Eier oder Kuhmilch. Heute liegen Sojaprodukte im Trend. Getränke, aber auch Puddings, Joghurt-Ersatz und Desserts haben sich in den vergangenen Jahren durchgesetzt. "Das liegt daran, dass sich die Technologie in den vergangenen 50 Jahren enorm entwickelt hat", erklärt Matthias Saß. Er leitet den Bereich Forschung und Entwicklung der Rudolf Wild GmbH & Co. KG, einem Zulieferer für die Lebensmittelindustrie, und sprach anlässlich der zweiten internationalen Fresenius-Konferenz zum Thema "Functional Food" in Köln über das Erfolgsgeheimnis eines altbekannten Produktes.

Soja kann heute besser verarbeitet werden als früher. Auch den Geschmack haben Experten auf die europäische Zunge abgestimmt. Durch schnelles Erhitzen verliert er seine typisch ranzige Note und ist danach eher neutral. "In Asien, wo man seit Jahrtausenden Soja verzehrt, hat man sich an das herbe Aroma gewöhnt. In Europa kann man damit wenig anfangen. Hier bevorzugt man Sojaprodukte, die kaum noch Eigengeschmack haben und statt dessen mit Fruchtsäften oder Aromen angereichert werden", so Saß. Drinks mit Orange, Mango und Passionsfrucht oder Erdbeer-Banane machen einen großen Teil des Umsatzes aus.


Längst gehört Soja nicht mehr nur für Vegetarier und Menschen mit Lactoseunverträglichkeit in die Küche. Als zeitgemäßes Trendprodukt hat es sich am Markt etabliert. "Soja ist ein wahrer Functional Food-Zusatz. Unstrittig nachgewiesen ist inzwischen der positive Einfluss auf den Cholesterinspiegel", sagte Saß. In den USA, Großbritannien und Nordirland dürfen Soja-Produkte bereits mit entsprechender Kennzeichnung versehen werden. Diskutiert wird allerdings noch, ob es auch als krebsvorbeugend ausgeschrieben werden darf. Gesundheitliche Risiken sind laut Saß nicht zu befürchten: "Im Lebensmittelbereich kann man kaum zuviel davon konsumieren.

Differenziert betrachten muss man allerdings Pillen und ähnliche Präparate mit Soja-Isoflavonen. Sie sind wesentlich höher dosiert und können daher im Übermaß verzehrt problematisch sein". Zudem könnten die isolierten Substanzen der Gesundheitspräparate anders auf den Körper einwirken als komplexe Lebensmittel. Hier ist also weiterhin Vorsicht geboten.

Johanna Tüntsch | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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