Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warnung vor tropischer Wurminfektion

02.05.2005


WHO unterschätzt Bilharziose-Gefahr - Mehr als 200 Mio. Betroffene



Forscher der University of Ohio warnen vor der afrikanischen Parasitenerkrankung Bilharziose. Die Folgen dieser durch verunreinigtes Trinkwasser entstehenden Erkrankung, die zu Wurmbefall in den inneren Organen führt, sind von der WHO bei weitem unterschätzt, schreiben die Experten in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins The Lancet.

... mehr zu:
»Bilharziose »Who »Wurminfektion


Bilharziose - auch Schistosomasis genannt - ist eine in den Tropen weit verbreitete Erkrankung, deren Auftreten vom Vorkommen der als Zwischenwirte fungierenden, in warmen Binnengewässern lebenden Schnecken abhängig ist. Krankheitserreger sind Pärchenegel, eine ein bis zwei Zentimeter lange Saugwürmergattung. Die Larven dieser Würmer dringen bei Kontakt mit kontaminiertem Wasser durch die Haut des Menschen ein und wandern über Lymph- und Blutgefäße in die Leber, wo sie sich zu reifen Pärchenegeln entwickeln. Anschließend verbreiten sie sich und befallen Harnblase, Darm, Leber, Lunge und Gehirn. Mit Medikamenten ist die Erkrankung recht gut heilbar, allerdings - und das ist das größte Problem - steht sie im Schatten anderer Krankheiten wie Malaria, HIV und Tuberkulose.

Das Forscherteam um Charles King vom Center for Global Health and Diseases in Cleveland, Ohio hat nun die Belastungen durch diese Erkrankung untersucht. Während die WHO angibt, dass die Behinderung nach Bilharziose nur 0,5 Prozent trifft, kommt King auf Zahlen zwischen zwei und 15 Prozent. Tödlich verläuft die Erkrankung zwar nur selten, aber die Betroffenen leiden an zahlreichen schmerzhaften Symptomen wie Anämie, Durchfälle und Unterernährung und Erschöpfungszuständen. King fordert, dass dieser Erkrankung mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden soll. Experten wie Lorenzo Savioli von der WHO stimmen den Ausführungen zu.

Andere Fachleute führen eine Steigerung des Erkrankungsrisikos auf landwirtschaftliche Bewässerungsprojekte und Staudammbauten in den Tropen zurück, da auf diese Weise neue Lebensräume für die zwingend notwendigen Zwischenwirte (Schneckenarten) geschaffen werden. Zusätzlich verschärfen mangelnde hygienische Einrichtungen den Entwicklungszyklus der Parasiten. Durch die Zunahme des Ferntourismus nimmt außerdem die Zahl importierter Krankheitsfälle in den Industrieländern ständig zu.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://ora.ra.cwru.edu
http://www.thelancet.com

Weitere Berichte zu: Bilharziose Who Wurminfektion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen