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Genitalwarzen- Neue Behandlungsmethoden

23.07.2001


"Genitalwarzen sind eine lästige und weitverbreitete Krankheit mit hohem Ansteckungs-Potenzial. Eine Behandlung ist deshalb schon aus Rücksicht auf den Partner ratsam", so Prof. Gerd Gross, Präsident der Deutschsprachigen Gesellschaft zur Prävention sexuell übertragener Krankheiten (Deutsche STD- Gesellschaft) im Gespräch mit dem Deutschen Grünen Kreuz.

Anlässlich des Internationalen Kongresses sexuell übertragener Krankheiten im Juni 2001 stellten der Präsident der Deutschen STD - Gesellschaft, Prof. Gerd Gross und Generalsekretär Prof. Hans C. Korting, moderne Methoden zur Behandlung von Genitalwarzen vor.

60 Prozent aller sexuell aktiven Deutschen sind Träger von HPV (Humane Papillomviren), die unter anderem für die Entwicklung von Genitalwarzen verantwortlich sind. Bei etwa ein bis zwei Prozent (400.000 - 800.000 Menschen in Deutschland) verursachen diese "Warzen-Viren" Genitalwarzen.

Genitalwarzen sind meist klein und einzeln oder in kleinen Gruppen angeordnet. Sie können flach oder in blumenkohlartigen Formen wachsen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Juckreiz oder leichte Blutungen verursachen. Unabhängig von ihrer Größe oder Form enthalten alle Warzen die Viren und sind sehr ansteckend.

Im Gespräch mit dem Deutschen Grünen Kreuz betonten beide Wissenschaftler den Vorteil der Selbstbehandlung nach ärztlicher Anleitung gegenüber operativen Methoden:

"Bei umschriebenen Warzen ist oft eine Selbstbehandlung möglich. Die Behandlung verläuft nahezu schmerzfrei und hinterläßt keine Narben. Aber auch nach erfolgreicher Selbstbehandlung ist eine ärztliche Kontrolle wichtig", so Prof. Korting von der Hautklinik der Universität München.

Auf dem Markt sind verschreibungspflichtige Cremes, deren Wirkung auf unterschiedlichen Prinzipien beruht. Eine der Cremes hemmt das Wachstum der Warzen durch den Wirkstoff Podophyllotoxin.

Der Vorteil dieses Wirkstoffes liegt laut Professor Gross, Direktor der Hautklinik der Universität Rostock, in seiner schnellen Wirksamkeit: "Podophyllotoxin bekämpft die Erreger schnell und verringert deshalb die Ansteckungsgefahr gegenüber dem Partner rasch und effektiv".

Eine andere Creme regt durch den Wirkstoff Imiquimod das körpereigene Immunsystem an, sich aktiv gegen die Warzen-Viren zur Wehr zu setzen. Vorteilhaft ist hier, dass es nach der Abheilung seltener zum Wiederauftreten der Genitalwarzen kommt.

Die Professoren warnten in diesem Zusammenhang auch vor der Verwendung von sogenannten Podophyllin- Rezepturlösungen. Diese Lösungen können heftige Nebenwirkungen verursachen und sollten deshalb nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen STD - Gesellschaft nicht mehr angewandt werden.

Sabine Fahle | ots

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