Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Marburg-Attacher revolutioniert Herzbeutelpunktion

09.03.2005


Gießener TransMIT GmbH verwertet neuartiges Operationsinstrument zur minimal-invasiven Herzchirurgie


Punktgenauer und kontrollierter operativer Eingriff zur Therapie von Perikardergüssen

Die Gießener TransMIT GmbH verwertet im Auftrag der Philipps-Universität Marburg ein neuartiges Operationsinstrument zur gezielten und signalüberwachten minimal-invasiven Organmanipulation.


Haupteinsatzgebiet des so genannten Marburg-Attachers ist die Behandlung von Herzbeutelentzündungen. Zu einer Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel, dem so genannten Perikarderguss, kann es u.a. in Folge von Herzinfarkten, -verletzungen, -operationen oder Infekten kommen. Bei der Herzbeutelpunktion wird das Perikard durchstochen und die Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel abgesaugt. Bisher geschah dies mit einer Punktionsnadel und unter dem Risiko, versehentlich den Herzmuskel zu verletzen. Eine Alternative zur einfachen Nadelpunktion bietet die minimal-invasive Chirurgie – vorausgesetzt, die per definitionem fehlende direkte Sichtkontrolle kann wirksam kompensiert, d.h. das korrekte Ansetzen des Punktionsinstruments überprüft und ein Abrutschen während des Operationsvorgangs verhindert werden.

Gezieltes Positionieren – kontrolliertes Operieren

Der von der Erfindergemeinschaft um die Professoren Dr. Maisch und Dr. Rupp entwickelte Marburg-Attacher hält den Schlüssel für dieses bislang ungelöste Problem vor. Das Gerät verfügt über einen Führungskörper mit Steuervorrichtung, einen Ansaugkopf mit Unterdruckquelle und auswechselbaren Instrumentenaufsätzen sowie einer Anheftungserfassungs- und -anzeigevorrichtung. Mit Hilfe der Unterdruckquelle saugt der Attacher das zu penetrierende Gewebe in die Ausbuchtung des Ansaugkopfes ein und verhindert so ein Abgleiten. Die – wahlweise optische, akustische oder taktile Signale liefernde – Anheftungserfassungsvorrichtung ermöglicht dabei eine präzise Verlaufskontrolle. Mittels eines im Führungskörper mitgeführten Endoskops kann zudem die Position präzise lokalisiert werden.

Der Einsatzbereich des Marburg-Attachers ist beträchtlich. Herz-Kreislauferkrankungen stehen weltweit an erster Stelle der Todesursachen und auch in Deutschland gehören sie zu den dominierenden Volkskrankheiten. Allein 2002 wurden in deutschen Hospitälern knapp 1,5 Millionen Patienten mit Herzerkrankungen behandelt. An Herzinsuffizienz leiden 1,3 Millionen Bundesbürger und die Zahl der weltweit jährlich implantierten Herzschrittmacher beläuft sich auf ca. 500.000. Der Marburg-Attacher ist ein Einmalgerät.

Die TransMIT GmbH hat für den Marburg-Attacher bereits interessierte Unternehmen ermittelt. Sollten sich unter diesen keine Lizenznehmer finden, erwägt die TransMIT GmbH, selbst die Vermarktung des neuen Produktes zu übernehmen und für den nicht deutschsprachigen EU-Raum sowie die USA Vertriebskooperationen einzugehen.

Dr. Peter Stumpf | TransMIT GmbH
Weitere Informationen:
http://www.transmit.de

Weitere Berichte zu: Herzbeutel Herzbeutelpunktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften