Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mammographie-Screening soll bis 2007 etabliert sein

28.02.2005


"Die geschaffenen Möglichkeiten des Mammographie-Screenings müssen endlich zügig umgesetzt werden, die Motivation von Frauen zur Teilnahme an der Brustkrebsfrüherkennung gefördert und ärztliche Begleitung und Betreuung integriert werden", resümierte Prof. Rolf Kreienberg für die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe die Diskussion zum Stand des Mammographie-Screenings in Deutschland auf der ersten Offenen Krebskonferenz in Berlin.


"Brustkrebs ist zu 90 Prozent heilbar, wenn der Tumor kleiner als ein Zentimeter ist", eröffnete Prof. Ingrid Schreer vom Mammazentrum Kiel ihren Vortrag zum Nutzen der Mammographie. Realität ist aber, dass 60 Prozent der Frauen ihren Tumor selbst tasten, bevor sie ihn medizinisch abklären lassen. Dann ist der Tumor aber meistens bereits größer als zwei Zentimeter und die Heilungschance ist rapide gesunken. Die Behandlung eines Tumors in kleinem Stadium bedeutet: häufig ist die Metastasierung noch nicht eingetreten, es kann brusterhaltend operiert werden und auf eine Nachbehandlung durch z.B. Chemotherapie kann verzichtet werden. Alles Gründe, weshalb die Politik 2002 ein bundesweites Mammographie-Screening für Frauen zwischen 50 bis 69 Jahren beschlossen hat.

Bis Ende 2005 sollte dieses Nationale Großprojekt von den einzelnen Bundesländern und der ärztlichen Selbstverwaltung umgesetzt werden. Doch nachdem 1 ½ Jahre nichts passiert ist, können die Frauen froh sein, wenn zum Ende 2005 46% der Länder eine Regelversorgung mit 39 Screening-Einheiten anbieten (Bayern, Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, teilweise Hessen und Niedersachsen), 2006 sollen dann die Länder, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen folgen, trauriges Schlusslicht das große Bundesland Baden-Württemberg, Hamburg, Rheinland Pfalz und das Saarland im Westen und die ostdeutschen Bundesländer Brandenburg, Sachsen und Sachsen Anhalt, die erst 2007 in die Regelversorgung gehen werden. Erfahrungen mit dem Aufbau eines nationalen Screenings Programms haben die Nachbarländer wie z.B. Schweden oder Niederlande sammeln können, wo es neun Jahre dauerte, bis das System etabliert war. Die Zeit gibt sich Jan Sebastian Graebe-Adelssen, seit 1.10.2004 Geschäftsführer der Kooperationsgemeinschaft Mammographie, nicht, aber ohne funktionierende Krebsregister, strahlenschutzrechtliche Zulassungen der Länder und Bereitstellung der Meldedaten macht ein Screening-Programm keinen Sinn. Ursprünglich als reines Einladungssystem geplant, wird derzeit gerade die Software geändert, damit die Frauen auch von sich aus aktiv werden und eine Mammographie einfordern können.


Hier greift die Aufklärungskampagne "Brustkrebsfrüherkennung in Deutschland", der verschiedenen Kooperationspartner unter der Initiative der Frauenselbsthilfe nach Krebs und der Women’s Health Coalition WHC. Informationsmaterialien für Frauen, aber auch für Ärztinnen und Ärzte, die wesentlich zur Akzeptanz des neuen Systems beitragen können, liegen seit 2003 bereit. Die Frauen verlieren langsam die Geduld, gibt es doch derzeit keine rechtliche Grundlage für gesunde Frauen eine Mammographie vornehmen zu lassen. "So verkehrt sich das Ziel, die Mortalität von Brustkrebs zu senken mit jedem Monat, in dem die Einführung des Systems sich verzögert, in sein Gegenteil", so Irmgard Naß-Grigoleit von der WHC.

Ihre Gesprächspartner erreichen Sie:
Prof. Dr. Rolf Kreienberg Tel. 0731/500-27601
Prof. Dr. Ingrid Schreer 0431/597-2100
Jan Sebastian Graebe-Adelssen 02234/9490-140
Irmgard Naß-Griegoleit, 06151/601411 oder 0172-6118343, e-mail: whc_nassde@yahoo.de

verantwortlich:
Isa Berndt
Referentin des Vorstands
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.
Heilmannstr. 25 h, 81479 München
Tel. +49 89 791 51 60
AB und Fax +49 89 791 85 20
Mobil +49 173 85 64 697
e.mail id.berndt@t-online.de

Isa Berndt | idw
Weitere Informationen:
http://www.dggg.de

Weitere Berichte zu: Mammographie Mammographie-Screening WHC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie