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Neue Lasertechnik bei gutartiger Prostata-Vergrößerung

25.02.2005


Die KTP-Laservaporisation der Prostata (oder das so genannte "Greenlight-Laser"-Verfahren) wurde an der Urologischen Klinik des Klinikums der Universität München (Campus Großhadern) deutschlandweit erstmalig bei einer gutartigen Prostata-Vergrößerung erfolgreich durchgeführt. Das Verfahren, bei dem das vergrößerte Gewebe durch einen Laser verdampft wird, wurde dort auch mitentwickelt.


Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist die häufigste gutartige Erkrankung des Mannes überhaupt. Umfangreiche Autopsie-Studien haben gezeigt, dass bereits ab dem 30. Lebensjahr eine Zunahme dieser Gewebevergrößerung (Prostata-Adenom) beginnt. Ab dem 75. Lebensjahr ist diese dann bei nahezu allen Männern nachweisbar. Die BPH an sich ist allerdings noch nicht als krankhaft zu werten. Nur wenn sich aufgrund des Adenoms Beschwerden beim Wasserlassen ergeben spricht man von therapiebedürftiger BPH oder besser vom benignen Prostata-Syndrom (BPS). Unterbleibt jedoch im fortgeschrittenen Stadium eine entsprechende Therapie, so können sich häufige Harnwegsinfektionen mit Blasensteinbildung, Harnsperre sowie Harnstauung bis hin zum Nierenversagen ergeben.
Mit den neuen Laserverfahren behandelten die Urologen in Großhadern bis heute 100 Männer mit Problemen beim Wasserlassen. Bei dieser Methode wird das vergrößerte Prostatagewebe durch einen neuartigen hochenergetischen KTP (Kalium-Titanyl-Phosphat) - Laser vaporisiert, also verdampft. Es entsteht ein sofortiger Gewebeabtrag. Da die neue Technik äußerst nebenwirkungsarm ist und im Gegensatz zur herkömmlichen Technik kaum Blutungen auftreten, wurde das Verfahren anfangs ausschließlich bei so genannten "Hoch-Risiko"-Patienten angewendet. Bei diesen zum Teil schwerkranken Männern hätte aufgrund ihrer vorbestehenden medizinischen Probleme die Standardmethode häufig nicht durchgeführt werden können. Viele dieser Patienten mussten deswegen vor der Laser-Operation dauerhaft einen Blasenkatheter tragen.

Nachdem neben der geringen Komplikationsrate auch die Ergebnisse im Bezug auf die Verbesserung beim Wasserlassen positiv ausfielen, werden zunehmend auch Patienten ohne relevante Nebenerkrankungen mit der Lasermethode behandelt. Diese Patienten profitieren nicht nur von der Sicherheit der Technik, sondern müssen außerdem wesentlich kürzer einen Blasenkatheter tragen, dadurch verkürzt sich auch der gesamte Krankenhausaufenthalt.

Inwieweit die Effektivität der KTP-Laservaporisation der Prostata diejenige der Standardmethode (transurethrale Resektion der Prostata = TURP), vor allem langfristig, erreichen kann, müssen allerdings laufende vergleichende Studien in der Zukunft beantworten. Die konventionelle "transurethrale Resektion der Prostata = TURP" muss also weiterhin als Standardtherapie bezeichnet werden. Auch in Großhadern wurden im Jahr 2004 etwa dreimal soviel TURP-Operationen, verglichen mit der KTP-Laservaporisation, durchgeführt. Vor einer unkritischen Anwendung der neuen Technik durch in der Laser-Chirurgie unerfahrene Ärzte ist dringend abzuraten.

Die Urologische Klinik am Klinikum der Universität München (Direktor: Prof. Dr. Christian Stief) ist das nationale Referenzzentrum für diese neuartige Prostataoperation, welche auch aufgrund der grünen Farbe des Laserlichtes als "Greenlight"-Laser bezeichnet wird. Bis dato haben sich über 40 Urologen aus der Bundesrepublik und Österreich über diese Verfahren vor Ort in Großhadern informiert. Deutschlandweit haben inzwischen etwa 10 weitere Zentren dieses Verfahren übernommen.

Weitere Informationen bei:

Privatdozent Dr. Oliver Reich, Oberarzt Urologische Klinik, Leiter Arbeitsgruppe BPH
Telefon 7095-3721, Fax 7095-6720, EMail oreich@med.uni-muenchen.de

S. Nicole Bongard | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenchen.de

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