Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brustrekonstruktion am Brust-Zentrum des Uni-Klinikums Bonn möglich

14.02.2005


Brustentfernung: Für Sylvia E. bricht die Welt zusammen. Hilfe findet sie am Bonner Brust-Zentrum, einer Kooperation des Universitätsklinikums Bonn und des Marienhospitals. Denn das Bonner Klinikum deckt als erstes deutsches Universitätsklinikum gemeinsam mit einem privat niedergelassenen Plastischen Chirurgen eine häufige Versorgungslücke. "Das ist das richtige Konzept. Eine Brustrekonstruktion - integriert in eine interdisziplinäre Krebstherapie - sollte von einem Profi gemacht werden", sagt Professor Dr. Walther Kuhn, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Geburtshilfe und Frauenheilkunde am Universitätsklinikum. So kümmert sich an seiner Klinik neuerdings der Bonner Privardozent Dr. Klaus-Jürgen Walgenbach als Kooperationspartner um betroffene Frauen.



Vor etwa vier Jahren musste sich Sylvia E. das erste Mal der Diagnose Brustkrebs stellen. "Trotz Entfernung der Knoten und Strahlentherapie zweifelte ich damals, ob auch wirklich alles weg ist", sagt die 32-jährige Mutter von zwei Kindern. Und der befürchtete Rückfall kam. Diesmal wendet sich die Eitorferin an die Frauenklinik des Universitätsklinikums Bonn. Dort berät und untersucht ein interdisziplinäres Ärzteteam aus Gynäkologen, Onkologen, Radiologen, Pathologen und Psychosomatikern sie eingehend. "Wenn möglich operieren wir mit modernsten Operationstechniken brusterhaltend. Doch bei großen oder mehreren Karzinomen ist eine Brustentfernung die einzige Heilungschance", erklärt Professor Kuhn. Eine Brustamputation bringt jedoch für betroffene Frauen viele psychische Probleme wie ein vermindertes Selbstwertgefühl mit sich. "Ich wollte meine Brust nicht verlieren und hatte große Angst, nicht damit klar zu kommen. Es war eine Entscheidung für meine Familie", sagt Sylvia E.

... mehr zu:
»Brustrekonstruktion


Neue Brust aus Bauchgewebe

Etwa jede zweite betroffene Frau möchte nach der abgeschlossenen Krebstherapie eine Brustrekonstruktion, die auch von den Krankenkassen bezahlt wird. Diese Patientinnen begleitet und berät der in der Bonner Innenstadt niedergelassene Plastische Chirurg in seiner Sprechstunde auf dem Venusberg. "Im Vordergrund steht natürlich zunächst die onkologische Behandlung. Aber die Aussicht auf einen Brustersatz hilft ihnen, die Erkrankung und den Verlust der Brust besser zu verarbeiten", sagt Walgenbach. So war dieser Gedanke auch für Sylvia E. - nach der Operation und in der Zeit der Chemotherapie - der Rettungsanker. "Zusätzlich half mir die liebevolle Behandlung seitens der Ärzte und Klinikpersonal. Ich konnte mich selber nicht mehr leiden und anschauen. Ich weiß nicht, wie es ohne eine Brustrekonstruktion weitergegangen wäre."

Häufigster Brustersatz in Deutschland sind einfache Implantate aus Silikon. Doch diese wirken nicht natürlich und die andere Brust muss meist operativ angepasst werden. Der Bonner Privatdozent favorisiert daher eine Rekonstruktion der Brust aus Eigengewebe: "Das Bauchgewebe ist dem Brustgewebe am ähnlichsten. Es ist der Goldstandard." Walgenbach, der auch Gastprofessor an der University of Pittsburgh ist, sammelte damit während seiner mehrjährigen Tätigkeit in den USA sehr gute Erfahrungen. Unterhalb des Bauchnabels entnimmt der Plastische Chirurg einen spindelförmigen Lappen aus Haut und Fettgewebe. Um eine lückenlose Blutversorgung zu sichern, bleiben bei der so genannten "gestielten" Technik einige Blutbahnen des Transplantats ungetrennt. Aus diesem formt Walgenbach in mehreren Schritten individuell die neue Brust. Das i-Tüpfelchen zum Schluss ist die Brustwarze, die aus Brusthaut modelliert und anschließend tätowiert wird. "Bei allen Möglichkeiten, die wir heute in der Plastischen Chirurgie haben, kann natürlich niemand eine natürliche Brust exakt wieder herstellen." Sylvia E. ist sehr zufrieden mit dem Resultat, auch wenn es nicht mehr ganz so ist wie früher. "Nach dem Sieg über den Krebs gaben mir die Ärzte der Universitäts-Frauenklinik mit der Brustrekonstruktion ein zweites Mal das Leben zurück."

Kontakt:

Professor Dr. Walther Kuhn
Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Geburtshilfe und Frauenheilkunde
am Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-5444
E-Mail: walther.kuhn@ukb.uni-bonn.de

Privatdozent Dr. Klaus-Jürgen Walgenbach
Konsiliararzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Telefon: 0228/287-1250 oder 5449
E-Mail: klaus.walgenbach@ukb.uni-bonn

Dr. Inka Väth | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Berichte zu: Brustrekonstruktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften