Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aktuelle Studie aus Rostock: Stammzellen helfen bei der Reparatur des Herzens

14.02.2005


Eine Therapie mit ausgewählten Stammzellen kann im Rahmen einer Bypass-Operation die Funktion Infarkt-geschädigter Bereiche des Herzmuskels verbessern. Das ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie an der Universität Rostock. Diese Therapieerfolge bedeuten Hoffnung für Patienten mit Herzinfarkten sowie einen weiteren wichtigen Schritt für die Regenerative Medizin, sagte Projektleiter Prof. Dr. Gustav Steinhoff.



"Der Traum vom ’nachwachsenden Herzen’ oder von der Reparatur beschädigter Organe mit körpereigenem Material rückt ein Stück näher an die Realität", sagte Prof. Dr. Gustav Steinhoff, Universität Rostock, auf einer Pressekonferenz zum Thema Stammzellen-Therapie im Rahmen der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie in Hamburg.



Im Rahmen der ersten und deutschlandweit größten klinische Studie zur Stammzellen-Therapie bei chronischer Herzschwäche wird gegenwärtig in Rostock an insgesamt hundert Patienten getestet, ob sich körpereigene Stammzellen an der Reparatur beschädigter Herzen beteiligen können. Prof. Steinhoff: "40 Oparationen erfolgten bereits, und die Ergebnisse sind viel versprechend. In Nachuntersuchungen nach drei Jahren bestätigte sich, dass die Leistung beschädigter Herzen nachhaltig verbessert werden konnte. Diese Therapieerfolge bedeuten Hoffnung für Patienten mit Herzinfarkten sowie einen weiteren wichtigen Schritt für die Regenerative Medizin."

Abgestorbenes Herzgewebe kann sich zumindest teilweise erholen

Wurde lange Zeit davon ausgegangen, dass durch einen Herzinfarkt geschädigtes Gewebe irreparabel verloren sei, gelang Prof. Steinhoff und seinem Team mit ihrer Studie der Nachweis, dass "sich abgestorbenes Herzgewebe zumindest teilweise erholen kann." Die Anstrengungen der Forschergruppe konzentrieren sich auf Patienten mit länger zurück liegendem Infarkt, für die als Behandlung eine Bypass-Operation in Frage kommt. Bei insgesamt 50 Patienten wird die Bypass-Operation zusammen mit der Stammzellen-Injektion durchgeführt werden, während 50 weitere - nach dem Zufallsprinzip ausgewählten - Patienten mit vergleichbaren Ausgangsbedingungen die Bypass-Operation ohne Zelltherapie erhalten.

Seit Ende der 90er Jahre liegen Hinweise darauf vor, dass durch adulte Stammzellen aus dem Blut oder Knochenmark die Neubildung von Blutgefäßen im durch den Infarkt geschädigten Herzmuskelgewebe angeregt werden kann. Teams in Frankfurt, Düsseldorf und Hannover begannen mit der Injektion von unselektierten Knochenmarkzellen in das Herzkranzgefäß während der Frühphase nach akutem Herzinfarkt. Die Rostocker Forschergruppe hingegen konzentriert sich auf die Transplantation spezifischerer Zellen direkt in den geschädigten Bereich des Herzmuskels bei Patienten mit länger zurück liegendem Infarkt. Am Tag vor der Bypass-Operation wird bei ihnen Knochenmark aus dem Beckenknochen gewonnen, dann werden Stammzellen mit dem Oberflächenantigen CD133 im Labor isoliert. CD113 wurde auf sehr frühen Stammzellen mit hoher Wandlungsfähigkeit nachgewiesen, und es gibt zahlreiche experimentelle Hinweise auf eine Schlüsselrolle solcher Zellen etwa auf die Neubildung von Blutgefäßen.

Keine auf die Stammzellen-Injektion zurückzuführenden Komplikationen beobachtet

Zwischen 2001 und 2003, so berichtet das angesehen Wissenschafts-Journal "The Lancet", wurde in Rostock bei zunächst 15 Patienten im Rahmen einer Sicherheits- und Verträglichkeitsuntersuchung mit diesem Verfahren behandelt, wobei keine auf die Stammzellen-Injektion zurückzuführenden Komplikationen beobachtet wurden, sich aber erste Hinweise auf eine bessere Herzdurchblutung und Pumpleistung des Herzens ergaben. Bei der daran anknüpfenden Phase-II Studie soll nun speziell die Effektivität der Stammzellentherapie bei Infarktpatienten untersucht werden.

Kontakt:
Pressezentrum Congress Centrum Hamburg (CCH): Tel.:(++49) 040-808037-5116
Prof. Dr. Eckart Fleck, Berlin (Pressesprecher der DGK)
Christiane Limberg, Düsseldorf (Pressereferentin der DGK), D-40237 Düsseldorf, Achenbachstr. 43, Tel.: 0211 / 600 692 - 61; Fax: 0211 / 600 692 - 67 ; Mail: limberg@dgk.org
Roland Bettschart, Bettschart & Kofler Medien- und Kommunikationsberatung GmbH; Mobil: 0043-676-6356775; bettschart@bkkommunikation.at

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org
http://www.gstcvs.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen
11.12.2017 | Universität Bern

nachricht Kommunikation ist alles – auch im Immunsystem
28.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit