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UKE startet Pilotprojekt zu mehr Sicherheit bei der Arzneimittelversorgung der Patienten

18.01.2005


Im Zentrum für Innere Medizin hat die Krankenhausapotheke des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zum Jahresanfang ein in Europa bislang einmaliges Pilotprojekt zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit gestartet. Auf vier Stationen soll das neue System ein Jahr lang im Routinebetrieb erprobt werden, um danach auf das gesamte UKE übertragen zu werden.


Kernstück des neuen Konzeptes sind die patientenindividuelle Verpackung ("unit-dose") aller Arzneimittelformen sowie eine qualitätsgesicherte Barcodedokumentation: Der Patient erhält bereits bei der Aufnahme ein Armband mit individuellem Strichcode. Auf einem kabellosen Mini-Computer direkt am Patientenbett verordnet der Arzt die Medikamente. Mögliche Neben- und Wechselwirkungen zeigt das System gleich bei der Verschreibung an. Die Bedarfsanforderung geht automatisch an die Apotheke. Nach einer Endkontrolle durch den Apotheker werden die einzeln verpackten und mit Barcodes versehenen Arzneimittel patientenindividuell zusammengestellt, gekennzeichnet und an die Station geliefert. Auf der Station gibt die Verschreibungssoftware jederzeit Auskunft über den Status der Medikation (verordnet, noch nicht gegeben, gegeben, Applikationszeitpunkt überschritten etc.). Das Einlesen des Barcodes vom Patientenarmband und vom Medikament vor jeder Arzneimittelgabe stellt sicher, dass der richtige Patient das richtige Arzneimittel zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Dosierung bekommt. Durch den Aufdruck von Wirkstoff- und Arzneimittelbezeichnung, Einnahmehinweisen etc. wird der Patient mit wichtigen Informationen zu seinem Arzneimittel versorgt.

Chefapotheker Dr. Michael Baehr: "Nach internationalen Studien stellen unerwünschte Wirkungen durch vermeidbare Medikationsfehler weltweit ein großes qualitatives Problem der Arzneimitteltherapie dar. Fehler entstehen hauptsächlich bei der Verordnung und bei der Verabreichung. Wir brauchen deshalb ein vollkommen neues Verordnungs- und Verteilungssystem, mit dem die Arzneimitteltherapie patientenindividuell fehlerfrei gesteuert und eindeutig dokumentiert werden kann."


Professor Dr. Jörg F. Debatin, Vorstandsvorsitzender des UKE: "Die Einführung dieses Systems der Arzneimittelversorgung ist ein weiterer Baustein zur Optimierung unseres ausgezeichneten Qualitätsmanagements für unsere Patienten. Eine umfangreiche Nutzwert- und Wirtschaftlichkeitsanalyse hat zudem gezeigt, dass auf diese Weise auch Kosten gespart werden können." Bei flächendeckender Einführung des Systems sind Einsparungen von rund 2,7 Millionen Euro jährlich (zehn Prozent der Gesamtprozesskosten) zu erwarten.

Dr. Marion Schafft | idw
Weitere Informationen:
http://www.uke.uni-hamburg.de

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