Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Psychisch kranke Patienten werden gemeinsam betreut

17.12.2004


Fünf Kliniken und Institute des Universitätsklinikums Heidelberg schließen sich zum "Zentrum für Psychosoziale Medizin" (ZPM) zusammen

... mehr zu:
»Psychosomatik »Psychotherapie »ZPM

Am Universitätsklinikum Heidelberg ist das "Zentrum für Psychosoziale Medizin" (ZPM) gegründet worden. Dabei handelt es sich um die bundesweit erste Einrichtung, in der alle psychisch kranken Patienten stationär und ambulant über Klinikgrenzen hinweg gemeinsam von Ärzten verschiedener Fachrichtungen (Psychosomatik, Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie) behandelt werden. Gleichzeitig bleibt die enge Verbindung der Psychosomatik zur Inneren Medizin bestehen.

Der Patient profitiert von dieser eng vernetzten Zusammenarbeit, denn für seine Behandlung bringen die Spezialisten ihre verschiedenen Sichtweisen, Methoden und Lösungsansätze psychischer Erkrankungen ein. Geplant ist die Einrichtung einer gemeinsamen Leitstelle, die nach einer ersten Untersuchung den Patienten den geeigneten Spezialisten im ZPM zuweist. "Die Patienten finden künftig schneller die richtige Tür", erklärte Professor Dr. Rolf Verres, Ärztlicher Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie im ZPM bei einer Pressekonferenz am 16. Dezember 2004 anlässlich der Eröffnung des Zentrums.


"Diese Zentrumsbildung hat Modellcharakter für weitere interdisziplinäre Zentren, die wir in naher Zukunft einrichten werden", sagte Professor Dr. Eike Martin, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg und wies auf das bereits bestehende Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) hin, das derzeit eine interdisziplinäre Behandlung von krebskranken Patienten aufgebaut wird. Die Kaufmännische Direktorin Irmtraut Gürkan setzt auf die größeren Gestaltungsmöglichkeiten des neuen ZPM durch das gemeinsame Budget und die effektive Bündelung aller Kräfte.

Behandlungszentrum für Patienten mit Ess-Störungen wird 2005 eingerichtet

Das Zentrum zeichnet sich zudem durch gemeinsame Forschungsschwerpunkte aus. Dazu gehören u.a. die Erforschung der Psychotherapie, Projekte zur Wahrnehmung und Behandlung von Schmerz sowie zur gestörten Entwicklung von Kindern und innerhalb der Familie und ihrer Therapie.

Schon in der Vergangenheit gab es wegweisende Kooperationen über Klinikgrenzen hinweg. So werden seit vergangenem Jahr Patienten im Alter von 12 bis 28 Jahren im gemeinsamen Frühbehandlungszentrum der Kinder- und Jugendpsychiatrie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Franz Resch) und der Erwachsenenpsychiatrie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Christoph Mundt) betreut. Als vorrangiges Projekt ist für das kommende Jahr die Einrichtung eines Behandlungszentrums für Ess-Störungen geplant.

Klinik für Psychosomatische Medizin behält ihre enge Verbindung zur Inneren Medizin

Dem Zentrum gehören die Kliniken und Abteilungen des Heidelberger Klinikums mit ca. 450 Mitarbeitern an. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 2.000 Patienten stationär betreut; dazu kamen rund 12.000 teilstationäre Patientenaufenthalte sowie ca. 19.000 Ambulanzbesuche. Die meisten Kliniken haben ihren Standort im Altklinikum Bergheim oder in der Nähe. Ausnahme ist die Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin, die - eine Heidelberger Besonderheit - neben ihrem Standort im Altklinikum nach wie vor Ambulanzen und Stationen in der Medizinischen Klinik im neuen Klinik-Campus jenseits des Neckars betreibt und dort die gemeinsame Patientenbetreuung mit anderen Fachdisziplinen der Inneren Medizin weiterführt.

Das Zentrum für Psychosoziale Medizin, dessen Leitung dem Klinikumsvorstand unterstellt ist, hat ein eigenes Budget und eine eigene kaufmännische Leitung. Amtierender Zentrumsvorstand sind Professor Dr. Christoph Mundt (Ärztlicher Direktor Allgemeinpsychiatrie), Professor Dr. Wolfgang Herzog (Stellvertreter, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin), Pflegedienstleiter Ronald Eichstädter sowie die künftige kaufmännische Leitung.

Unter dem Dach des neuen Zentrums haben sich folgende fünf Abteilungen des Klinikums zusammengeschlossen:

  • Klinik für Allgemeine Psychiatrie mit Poliklinik (Professor Dr. Christoph Mundt)
  • Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie (Professor Dr. Franz Resch)
  • Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin (Professor Dr. Wolfgang Herzog), die aus der Zusammenführung der früheren Abteilungen Innere Medizin II (Schwerpunkt Allgemeine Klinische und Psychosomatische Medizin) und der Abteilung Psychosomatik hervorgegangen ist
  • Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie (Professor Dr. Manfred Cierpka).

Fusion der Psychosomatischen Klinik / Forschungsstelle für Psychotherapie wird integriert

Neu ist der Zusammenschluss der bisherigen Abteilung für Psychosomatik, deren Ärztlicher Direktor Professor Dr. Gerd Rudolf vor wenigen Monaten in den Ruhestand getreten ist, mit der Abteilung Allgemeine Klinische und Psychosomatische Medizin der Medizinischen Universitätsklinik, die von Herrn Prof. Dr. Wolfgang Herzog geleitet wurde. Die neue Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin wird von Professor Dr. Wolfgang Herzog geleitet.

Neu ist auch die Integration der Forschungsstelle für Psychotherapie (FOS) in das Zentrum für Psychosoziale Medizin, die in diesem Jahr von Stuttgart nach Heidelberg übergesiedelt ist. Dort ist sie dem Direktor der Abteilung Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie, Professor Dr. Manfred Cierpka, zugeordnet. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. die Qualitätssicherung bei der Psychotherapie sowie der Einsatz moderner Kommunikationsmedien wie E-Mail, Internet, SMS für die Betreuung psychisch kranker Menschen nach deren Entlassung aus der Klinik

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-heidelberg.de
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/

Weitere Berichte zu: Psychosomatik Psychotherapie ZPM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

18.10.2017 | Medizin Gesundheit

Rittal Klima-Tipps: Ist ein Kühlgerät wirklich nötig?

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik

Smartphones im Kampf gegen die Blindheit

18.10.2017 | Medizintechnik