Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

OralRobot, ein elektronischer Assistent für die Zahnarztpraxis

29.11.2004


Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Heidelberg erhält EU-Förderung für die Entwicklung eines OP-Roboters mit der Industrie



Der Zahnarzt der Zukunft hat möglicherweise einen elektronischen Assistenten zur Seite: In der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Dr. Joachim Mühling) wird im Projekt "Oral Robot" ein System entwickelt, das z.B. bei der Implantation von künstlichen Zahnwurzeln aus Titan mit hoher Präzision und Sicherheit arbeitet.

... mehr zu:
»Gesichtschirurgie


Die Klinik erhält von der Europäischen Union (EU) im Rahmen ihrer Marie Curie Fördermaßnahmen eine Förderung von 780.000,- Euro für die Entwicklung von Oral Robot. Damit wird - erstmalig in der Medizinischen Fakultät Heidelberg - eine Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie, eine sogenannte "Transfer of Knowledge- Industry Academia Partnership (IAP)", von der EU gefördert. An der erfolgreichen Bewilligung des EU-Antrags hatte die Koordinierungsstelle für Forschung der Medizinischen Fakultät maßgeblichen Anteil.

Industrieller Partner der Heidelberger Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist die Firma TatraMed s.r.o. aus Bratislava, der Hauptstadt der slowakischen Republik. Die Förderung läuft ab dem 1. Dezember 2004 für vier Jahre und dient dem Austausch zwischen Entwicklern und Forschern von Oral Robot.

Zusammenarbeit mit Robotertechnik-Firma aus Bratislava

Die mittelständische Firma TatraMed s.r.o. ist seit mehr als zehn Jahren in der EDV-gestützten Robotertechnik aktiv. Es handelt sich um die erste slowakische Firma, die Software für medizinische Anwendungen wie Radiologie, Chirurgie und Robotik in der Medizin entwickelt hat. Die Heidelberger Klinik ist in den vergangenen Jahren mehrfach mit Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zum Einsatz von Computern und Robotern im Operationssaal hervorgetreten und ist damit ein idealer Partner für die Industrie.

Im Rahmen des Projektes soll erforscht werden, ob ein "automatischer Assistent" den Kieferchirurgen und Zahnarzt künftig bei seiner Arbeit unterstützen kann. Das Team besteht aus sechs Heidelberger Wissenschaftlern und sechs Entwicklern aus Bratislava. Unter der Leitung der Privatdozenten Dr. Dr. Rüdiger Marmulla und Dr. Robert Boesecke sollen innerhalb der nächsten drei Jahre entsprechende Prototypen entwickelt werden.

Elektronischer Arm assistiert beim Einsetzen von Zahnimplantaten

Der Oral Robot könnte so aussehen: Ein mechanischer Arm ist in die OP-Apparatur integriert. Seine Bewegungen und Aktionen werden von einer Kontrollelektronik mit ausgeklügelter Software und einem Sicherheitssystem gesteuert. Ziel dieser Präzisionsarbeit ist u.a. ein möglichst naturähnlicher Zahnersatz.

Der Oral Robot soll den Arzt beispielsweise beim Einsetzen von Zahnimplantaten - künstlichen Zahnwurzeln aus Titan - direkt in den Kiefer unterstützen. Allerdings soll der elektronische Assistent den Patienten nicht unmittelbar berühren, um Risiken zu vermeiden und die Akzeptanz zu erhöhen. Damit er später auch in spezialisierten Arztpraxen eingesetzt werden kann, soll Oral Robot möglichst klein und leicht sein.

Ansprechpartner:

Privatdozent Dr. Dr. Rüdiger Marmulla
Telefon: 06221 / 56 7310
E-Mail: Ruediger_Marmulla@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-heidelberg.de/mzk/mzk-mkg/

Weitere Berichte zu: Gesichtschirurgie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten