Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Wege zur Verhinderung der Arterienverengung

03.09.2004


Forscher der Saar-Uni und der Charité in Berlin untersuchen neues Verfahren zur Behandlung von Verengungen der Herzkranzarterien



Forscher der Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum des Saarlandes haben in einer For-schungskooperation mit der Berliner Charité (Experimentelle Radiologie) ein neues Verfahren zur Be-handlung verengter oder verschlossener Arterien entwickelt.



Gefäßverengungen (Stenosen) der Herzkranzgefäße sind Ursache der ’Volkskrankheit Nummer 1’, der koronaren Herzkrankheit. Typische Symptome sind die Angina pectoris, die Herzschwäche oder der Herz-infarkt. Aber auch im Gefäßsystem außerhalb des Herzens sind Verengungen und Verschlüsse verant-wortlich für gefährliche Erkrankungen; das "Raucherbein" ist hier das bekannteste Krankheitsbild.

Neben der medikamentösen Behandlung und der Bypass-Operation stellt die Erweiterung von Gefäßver-engungen mit Katheterverfahren heutzutage die Standard-Behandlung dar. Der Einsatz von Stents (flexible Geflechte aus Edelstahl) seit den 90iger Jahren führte zu einer deutlichen Erweiterung der Möglichkeiten und verbesserten Ergebnissen in der interventionellen Kardiologie. Das Problem der Wiederverengung (Restenose), welches in den Herzkranzarterien bei bis zu 50% aller Patienten auftritt, konnte durch die Einführung medikamenten-beschichteter Stents reduziert aber nicht vollständig gelöst werden.

Unter Leitung von Dr. Bruno Scheller aus Homburg/Saar und Prof. Ulrich Speck von der Berliner Charité wurde ein spezielles Verfahren entwickelt, um einen Ballonkatheter mit dem aus der Onkologie bekannten Medikament Paclitaxel zu beschichten oder das Medikament im Röntgen-Kontrastmittel zu verabreichen. Ein Ballonkatheter ist zur Erweiterung verengter Arterien ohnehin erforderlich. Im Rahmen der Erweiterung des Gefäßes wird der auf der Ballon-Oberfläche befindliche Wirkstoff in die Gefäßwand abgegeben. In umfangreichen vorklinischen Untersuchungen konnten die Wissenschaftler zeigen, dass dieser mit Paclita-xel beschichtete Ballonkatheter zu einer ausgeprägten Hemmung der unerwünschten Restenosebildung (Wiederverengung) führt. Erste Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der international renommier-ten Fachzeitschrift Circulation von den Arbeitsgruppen veröffentlicht (Circulation 2004; 110: 810-814).

Derzeit wird das neuartige Verfahren in mehreren klinischen Studien am Menschen auf seine Wirksamkeit untersucht. Auf Initiative der Inneren Medizin III wird in Homburg, Berlin, Freiburg und Mannheim die Me-thode in Herzkranzarterien getestet. In Tübingen, Berlin, Bad Krozingen und Greifswald wird der be-schichtete Ballon an verengten Beinarterien geprüft.

Das Forschungsvorhaben wird durch öffentliche Mittel und durch Unternehmen aus der Medizintechnik und Pharmaindustrie gefördert. Die bisherigen Forschungsergebnisse haben in nationalen und internationalen Patentanmeldungen Eingang gefunden.

Ansprechpartner: Herr Professor Dr. Michael Böhm oder Herr Dr. Bruno Scheller

Klinik für Innere Medizin III
Kardiologie / Angiologie / internistische Intensivmedizin
Universitätsklinikum des Saarlandes
66421 Homburg / Saar
Tel.: 06841/162 3372
Fax: 06841/162 3596
Email: bruno.scheller@uniklinik-saarland.de

| idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-saarland.de

Weitere Berichte zu: Ballonkatheter Herzkranzarterie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie