Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bitterschokolade stärkt die Gefäße

30.08.2004


Neue Studie zur herzschützenden Wirkung des Kakao



Dunkle Schokolade stärkt die Blutgefäße: Das ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie, die heute auf dem Kongress der Europäischen Kardiologengesellschaft (ESC) in München vorgestellt wurde. Die Flavonoide des Kakao, berichteten griechische Herz-Spezialisten, verringern oxidativen Stress in den Zellen und verbessern über mehrere Stunden die Funktion des Endothels, einer für die Herzgesundheit wichtigen Zellschicht an der inneren Oberfläche der Blutgefäße.

... mehr zu:
»Blutgefäß »Flavonoid


"Wenn wir den Studienteilnehmern 100 Gramm dunkle Schokolade gaben, war ihre Gefäßfunktion deutlich verbessert. Und dieser Effekt dauerte üblicherweise mehr als drei Stunden an", berichtete Studienleiter Dr. Charalambos Vlachopoulos, Herz-Spezialist an der Medizinischen Universität in Athen.

Verbesserte Endothel-Funktion in Untraschall-Untersuchungen nachgewiesen

Bei gesunden jungen Erwachsenen, so zeigte sich im Detail, verbessert der Konsum von Schokolade mit hohem Kakao-Gehalt die so genannte Endothelfunktion deutlich messbar. "Diese Ergebnisse sind sehr bedeutsam, weil die Endothelfunktion ein ’Spiegel’ des gesamten kardiovaskulären Systems ist", erklärte Dr. Vlachopoulos. "Ist die Funktion des Endothels der Arterien beeinträchtigt, so gilt das als zusätzlicher Risikofaktor - neben den klassischen Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder zu hohen Blutfettwerten." Das Endothelium beinhaltet eine dünne Zellschicht, die die innere Oberfläche aller Blutgefäße bedeckt, und unter anderem für die Elastizität der Gefäßwände verantwortlich ist und das Zusammenklumpen von Blutplättchen verhindern soll.

Untersucht wurden zunächst 17 Personen per Ultraschall, wobei die untersuchenden Ärzte nicht wussten, ob die Studienteilnehmer zuvor echte Schokolade oder einen Plazebo ohne die Inhaltsstoffe des Kakao erhalten hatten.

Forschung bestätigt Volksmedizin: Flavonoide im Kakao neutralisieren oxidativen Stress

Kakao und Kakaoprodukte sind seit Jahrhunderten weltweit nicht nur wegen ihrer kulinarischen Vorzüge beliebt, in der traditionellen indianischen Medizin galt Kakao auch als magische und heilende Pflanze. Vielleicht gar nicht zu unrecht, wie jetzt die moderne Forschung zeigt. Denn Untersuchungsergebnisse haben in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass dunkle Schokolade einen hohen Gehalt an Flavonoiden aufweist. Diese natürlichen Antioxidanzien können bis zu einem gewissen Grad die negativen Auswirkungen von so genanntem oxidativen Stress neutralisieren, der in der Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten eine ungünstige Rolle spielt. "Damit wird dunkle Schokolade vom wohlschmeckenden Genussmittel zu einem wertvollen, gesundheitsförderlichen Lebensmittel," ist Dr. Vlachopoulos ueberzeugt.

"Bisher liegen noch nicht ausreichend Forschungsergebnisse vor, um klar sagen zu können, dass Kakao oder kakaohältige Schokolade die Zahl oder die Gefährlichkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirklich reduzieren kann", sagt dazu Prof. Dr. Eckart Fleck, Direktor der Abteilung fuer Kardiologie des Deutschen Herzzentrums in Berlin. "Zumal bei ausdauerndem Schokoladekonsum auch Gewichtszunahmen aufteten koennen, die bekannter Massen ein Risiko darstellen." Aber bis wir noch mehr Details kennen, kann man Schokolade immerhin als etwas Genüssliches sehen, das eventuell auch die Herzgesundheit unterstützt."

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.escardio.org

Weitere Berichte zu: Blutgefäß Flavonoid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

nachricht Chronische Wunden können heilen
16.10.2017 | Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise