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Kiefertransplantat ermöglicht Patienten wieder zu essen

27.08.2004


Neuer Knochen im Körper geschaffen und transplantiert



Ein Mann ist jetzt nach sieben Jahren wieder in der Lage, seine erste richtige Mahlzeit zu genießen. Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität schufen einen Kieferknochen und transplantierten ihn. Der auf einem Titanrahmen gezüchtete Kiefer ermöglichte dem Patienten erstmals zu kauen, nachdem ihm der Unterkiefer bei einer Krebsoperation entfernt worden war. Der Kieferknochen entstand mittels einer Kombination von computerunterstütztem Design und Knochenstammzellen. Die Details des Verfahrens wurden in The Lancet veröffentlicht.

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Der 56-jährige Deutsche musste sich seit 1997 von Suppen und weichen Lebensmitteln ernähren. Vier Wochen nach der Operation konnte er erstmals wieder Wurst und Brot essen. Bisher bedienten sich Verfahren zum Ersatz von Knochen Transplantaten aus anderen Bereichen des Körpers. Jetzt wurde der benötigte Knochen aus Stammzellen des Knochenmarks geschaffen. "Wir schufen aus Titanium ein Maschengehäuse entsprechend dem Unterkiefer des Patienten, basierend auf CT-Scans seines Gesichts", erklärte der Chirurg Patrick Warnke, der die Transplantation durchführte. Anschließend füllte das Team das Netz mit mineralischen Blöcken, die von Rindern stammten. Sie dienten dem wachsenden Knochen als Gerüst. Auf die Blöcke wurde eine Kombination aus recombinant human Bone Morphogenic Protein (BMP) Puder und flüssigem Knochenmark, das Stammzellen enthielt, aufgetragen. Bei BMP handelt es sich um ein gentechnisch hergestelltes Protein, das Zellen dazu bringt, zu verknöchern.

Der Titanrahmen wurde anschließend in eine Muskelschicht am rechten Schulterblatt des Patienten implantiert, um Gewebe- und Blutgefäßverbindungen zum Muskel zu schaffen. Laut Warnke fühlte sich der Patient dadurch nicht gestört und konnte auch auf dieser Seite ohne Probleme schlafen. Nach sieben Wochen wurde das Implantat wieder entfernt. Es zeigte eine Knochenumgestaltung und Mineralisation. CT-Scans machten die Bildung von Knochen sichtbar. Die Kieferstruktur wurde gemeinsam mit dem sie umgebenden Muskelgewebe in das Gesicht des Patienten implantiert. Mittels Mikrochirurgie wurde eine Verbindung zu den vorhandenen Kiefermuskeln und Blutgefäßen am Halsansatz hergestellt. Warnke erklärte gegenüber NewScientist, dass der Patient mit dem Ergebnis der Operation sehr zufrieden sei. Er könne wieder kauen und sei vor allem am Telefon auch wieder viel leichter zu verstehen.

Michaela Monschein | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de
http://www.thelancet.com

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