Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Empfehlungen der Ständigen Impfkommission veröffentlicht

26.07.2004


Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut, die STIKO, hat ihre Impfempfehlungen aktualisiert und im Epidemiologischen Bulletin 30/2004 veröffentlicht. Die wesentlichen Veränderungen betreffen die Windpockenimpfung, die jetzt für alle Kinder empfohlen wird, die Keuchhustenimpfung, die nun allen Frauen mit Kinderwunsch sowie vor der Geburt eines Kindes allen engen Kontaktpersonen geraten wird, und Präzisierungen für die Impfung chronisch Kranker. Impfungen schützen nicht nur den Geimpften vor der Krankheit. Bei Erreichen hoher Durchimpfungsraten können einzelne Krankheitserreger weltweit ausgerottet werden. "Um dieses Ziel in Deutschland auch bei den Masern zu erreichen, muss insbesondere die für den 15. bis 23. Lebensmonat empfohlene zweite Schutzimpfung wesentlich häufiger genutzt werden", appelliert Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts, an Eltern und Ärzte.



Mit der aktuellen Empfehlung für die Windpocken- oder Varizellenimpfung wird diese zur Standardimpfung im Impfkalender. Bislang war sie eine so genannte Indikationsimpfung für spezielle Risikogruppen (und deren Kontaktpersonen) sowie für Jugendliche, die noch keine Windpocken hatten. Diese Empfehlungen waren in der Vergangenheit allerdings zu selten umgesetzt worden.

... mehr zu:
»Impfung »Kontraindikation


Die Standardimpfung für alle Kinder und Jugendlichen gibt es in den USA seit 1995, mit positiven Folgen. Die STIKO-Empfehlung soll auch in Deutschland die hohen Erkrankungszahlen der Varizellen - geschätzte 750.000 pro Jahr - reduzieren. Erwartet wird auch eine Verringerung der Zahl der Varizellen-assoziierten Komplikationen. Dazu gehören vor allem bakterielle Superinfektionen und ihre Folgen (Abszess, Phlegmone) sowie die eher seltenen Komplikationen am Zentralen Nervensystem (Kleinhirn- und Hirnentzündung bzw. Zerebellitis und Enzephalitis).

Auch die hohe Rate der Krankenhauseinweisungen bei Säuglingen und Kleinkindern sowie die Inanspruchnahme der Eltern für die Betreuung ihrer kranken Kinder und damit letztlich die ökonomische Belastung dürften sinken. Impfungen gehören allerdings zu den Satzungsleistungen der Krankenkassen, und ihre Finanzierung kann deshalb von jeder Kasse unterschiedlich gehandhabt werden. Von sinkenden Erkrankungsraten und damit geringerem Risiko für einen Erregerkontakt profitieren auch Säuglinge, Schwangere und Patienten aus Risikogruppen.

Mit dem nicht optimalen Impfstatus von Personen mit chronischen Krankheiten hat sich eine Arbeitsgruppe der STIKO befasst. Chronische Krankheiten werden nicht selten als Kontraindikationen angesehen, obwohl sie nach den STIKO-Empfehlungen eindeutig als "falsche Kontraindikation" definiert sind. Die Kommission hat deshalb in den einführenden Absatz zum Impfkalender einen Satz eingefügt, der ausdrücklich darauf hinweist, dass auch Personen mit chronischen Krankheiten alle empfohlenen Standardimpfungen erhalten sollen, sofern keine spezifischen Kontraindikationen vorliegen.

Heidrun Wothe | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de/GESUND/IMPFEN/IMPFEN.HTM
http://www.rki.de

Weitere Berichte zu: Impfung Kontraindikation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie