Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit erste Fern-Narkose zwischen Erlangen und München

23.07.2004


Wissenschaftlern der Kliniken für Anästhesiologie der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (Direktor: Prof. Dr. Jürgen Schüttler) und der Technischen Universität München (Direktor: Prof. Dr. Eberhard Kochs) ist es weltweit erstmals gelungen, über eine große räumliche Distanz eine automatisierte Narkose für einen chirurgischen Eingriff zu kontrollieren und aufrechtzuerhalten.



Durchgeführt wurde die Narkose für einen großen Baucheingriff im Klinikum rechts der Isar. Dort wurden die Hirnströme des 47-jährigen Patienten abgeleitet und zeitgleich über das Deutsche Forschungsnetz (Gigabit-Netz) in einen Computer der Klinik für Anaesthesiologie der Universität Erlangen-Nürnberg eingespeist. Hier wurde das EEG automatisch ausgewertet und anhand eines speziellen in der Klinik für Anaesthesiologie der Universität Erlangen-Nürnberg entwickelten Verfahrens der akute Narkosemittelbedarf fortlaufend berechnet und Dosierungsanweisungen für die Narkosemittelpumpe im Klinikum rechts der Isar erstellt. Die Ansteuerung der Pumpe erfolgte automatisch über die bestehende digitale Verbindung. Der Zeitverzug durch die Übertragung, Auswertung des EEG und Ansteuerung der Infusionspumpe in München liegt im Millisekunden-Bereich und ist für die klinische Anwendung zu vernachlässigen. Die Sicherheit der Narkose wurde vor Ort durch einen Anästhesisten fortlaufend überwacht. Er hatte jederzeit die Möglichkeit in die Narkosesteuerung einzugreifen. Dieses war jedoch zu keinem Zeitpunkt notwendig. Für einen außenstehenden Beobachter war die Durchführung der Anästhesie nicht von einer "normalen" Narkose zu unterscheiden.

... mehr zu:
»Anaesthesiologie »EEG »Narkose


Dieser Test wurde durchgeführt, um die prinzipielle Machbarkeit derartiger hochkomplexer medizinischer Steuerungsvorgänge inklusive der für medizinische Anwendungen notwendigen Datensicherheit über weite Entfernungen zu überprüfen und zu demonstrieren. Eine routinemäßige klinische Anwendung ist hiermit nicht geplant. Der erfolgreiche Test belegt jedoch die jederzeit mögliche Einholung von Expertenwissen - on-line - auch für derartige dynamische Prozesse, wie sie eine Narkose darstellt. Im weitesten Sinne könnte das System dazu dienen, eine Qualitätssicherung für derartige Anwendungen durchzuführen.

Einen Schritt näher gekommen sind die Wissenschaftler hiermit perspektivisch möglichen Therapieanwendungen bei Raumschiffbesatzungen oder für Notfallbehandlungen auf hoher See, wozu natürlich noch viele weitere Tests durchgeführt und technische Voraussetzungen geschaffen werden müssten.

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de

Weitere Berichte zu: Anaesthesiologie EEG Narkose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie