Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rechtzeitige Erkennung lebensbedrohlicher Komplikationen in der Leukämie-Therapie

15.07.2004


Die "Graft-versus-Host-Erkrankung", eine gefürchtete, lebensgefährliche Komplikation bei der Knochenmarktransplantation, kann durch die frühzeitige Erkennung mittels der neuen Untersuchungsmethode DiaPat weitaus besser behandelt werden.



In der neuesten Ausgabe von Blood, einer weltweit renommierten Fachzeitschrift für Hämatologie und Onkologie, wird über diese Früherkennungsmöglichkeit berichtet. Die frühzeitige Diagnose der Erkrankung ermöglicht eine rechtzeitige Behandlung zur Vermeidung von Komplikationen, die unter Umständen bis zum Tod von Patienten führen kann, und verbessert so deutlich die Heilungschancen bei Blutkrebs.



Entwickelt wurde die neue Diagnostikmethode von der mosaiques diagnostics and therapeutics AG in Hannover. Professor Dr. Arnold Ganser, Abteilung Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie, und Professor Dr. Karl Welte, Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben das Verfahren erstmalig in der klinischen Praxis bei der Behandlung leukämiekranker Patienten erfolgreich angewendet.

Trotz guter Erfolge und Langzeitheilungen von Patienten birgt die Behandlung der Leukämie durch eine Knochenmarktransplantation noch immer erhebliche Gefahren. So muss sich der Patient einer massiven Vorbehandlung unterziehen, die zur Ausschaltung des körpereigenen Immunsystems führt. Die folgende Übertragung körperfremder Zellen löst in vielen Fällen eine sogenannte "Graft versus Host-Reaktion" aus, d. h. die transplantierten Zellen greifen den Körper des Patienten an. "Die neue Diagnostikmethode DiaPat erlaubt dem behandelnden Arzt in der Klinik, Komplikationen 10 Tage früher und wesentlich einfacher zu erkennen", erklärt Dr. Eva-Maria Weissinger, Projektleiterin bei mosaiques und Privatdozentin an der MHH-Abteilung Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie. "Ein deutlicher Fortschritt, wenn man bedenkt, dass Komplikationen innerhalb weniger Tage zum Tod des Patienten führen können."

Die neue Proteinerkennungsmethode beruht auf der umfassenden Analyse und Darstellung von tausenden Proteinen in einer Urinprobe oder anderen Körperflüssigkeiten. Damit ist die moderne Medizin durch DiaPat in der Lage, unmittelbar und rechtzeitig vor der Organschädigung die Veränderung des Gesundheitszustandes zu diagnostizieren. Das mehrfach ausgezeichnete Verfahren wird bereits erfolgreich zur Erkennung von diabetischer Nephropathie, eine der folgenschwersten Komplikationen der Diabetes, und anderen chronischen Nierenerkrankungen eingesetzt. Die Untersuchungsmethode ersetzt hierbei durch eine einfache Urinprobe den bisher üblichen operativen Eingriff durch eine Nierenbiopsie.

Die kleine Dari, eine dreijährige Leukämie-Patientin der MHH, war eine der ersten, die von der verbesserten Verlaufskontrolle der Knochenmarktransplantation durch das neue Verfahren profitierte. Dank der Spende eines privaten Investors konnte Dari nach dem Eingriff regelmäßig untersucht werden. Mit Erfolg: Dari erfreut sich heute bester Gesundheit.

Dr. Thomas Wagner | BioRegioN
Weitere Informationen:
http://www.mosaiques-diagnostics.com
http://www.diapat.de

Weitere Berichte zu: DiaPat Hämatologie Knochenmarktransplantation Onkologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie