Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Rahmenbedingungen für medizinische Innovation in Deutschland stärken

07.07.2004


Auf einer Sitzung am 6. Juli 2004 im Bundeskanzleramt haben die Bundesregierung und Vertreter führender deutscher sowie international tätiger Pharmaunternehmen zum Pharma-Innovationsstandort Deutschland und zu den Perspektiven der Gesundheitspolitik folgende gemeinsame Erklärung gefasst:


Die Bundesregierung und die pharmazeutische Industrie setzen weiterhin auf die Stärkung der Rahmenbedingungen für medizinische Innovation in Deutschland. Diese Rahmenbedingungen werden zunehmend von einer Globalisierung der Märkte, einer weltumfassenden Kommunikation und einer wachsenden Mobilität von wissenschaftlichem Know-How geprägt. Immer mehr Märkte lassen sich von immer weniger Standorten aus bedienen.

Der Zugang zu neuen Ideen und neuer Technologie durch die Vernetzung mit der wissenschaftlichen Forschung insbesondere auch auf dem Gebiet der Biotechnologie ist eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg von Arzneimittel-Herstellern. Große Unternehmen gehen zunehmend F&E-Partnerschaften ein, um Kosten zu senken, Risiken der Produktentwicklung zu minimieren, Zugang zu neuem Know-How zu verbessern und die Zeit zur Markteinführung zu verkürzen. Besonders attraktive Standorte sind solche, die über die richtige Mischung von Mitbewerbern und Partnern verfügen - also regionale Cluster pharmazeutischer Firmen, von Forschungs- und Bildungseinrichtungen, von Herstellern wichtiger Vorprodukte (z.B. software) und Anbietern von Risikokapital.


Für die Standortpolitik sind nicht weniger wichtig stabile, wachsende Märkte mit wettbewerblichen Rahmenbedingungen. Ein zügiges und sicheres Zulassungsverfahren ist dafür von ebenso großer Bedeutung wie die frühzeitige Einführung innovativer Arzneimittel sowie die Verfügbarkeit von entsprechenden Informationen, um die medizinische Behandlung qualitativ hochwertig und gleichzeitig sowohl klinisch als auch betriebswirtschaftlich kosteneffizient zu gestalten.

Deutschland verfügt nach wie vor über viele bedeutende Standortstärken. Marktgröße, hervorragend qualifizierte Arbeitskräfte, eine hoch innovative Forschungsinfrastruktur und ein gut ausgebautes Netzwerk, das Biotechnologie, die pharmazeutische Industrie und akademische Institutionen miteinander verbindet, gehören dazu. Der unmittelbare Zugang zum Markt nach der Zulassung, die Preisfreigabe für OTC-Produkte, die jüngste Liberalisierung des Distributionssystems, die Preisabstandsklausel für re-importierte Arzneimittel und das sozial ausgestattete Zuzahlungssystem sind aus der Sicht der Wirtschaft weitere wichtige positive Entwicklungen für den Arzneimittelmarkt in Deutschland.

Die pharmazeutische Wirtschaft erkennt an, dass die Bezahlbarkeit des deutschen Gesundheitswesens gewährleistet bleiben muss. Sie akzeptiert, dass auch sie ihren Beitrag zu den geplanten Einsparungen leisten muss, und erkennt an, dass die Bundesregierung mit dem GMG ein beträchtliches Einsparvolumen durch die Neujustierung von Festbeträgen realisieren will.

Gleichzeitig erwartet sie aber, dass der für sie essentielle Patentschutz gewährleistet und damit ihre Innovationskraft nicht beeinträchtigt wird. Einspar-Maßnahmen sind daher so auszugestalten, dass sie erfolgreiche Forschung und Entwicklung nicht bestrafen. Die pharmazeutische Wirtschaft begrüßt, dass

  • die Zusage des Gesetzgebers, den 10-% Zusatzrabatt zum Ende des Jahres 2004 auslaufen zu lassen, eingehalten wird;

  • die Bundesregierung die Beachtung der Innovationsschutzklausel des GMG sicherstellt;

  • die Bundesregierung für ein transparentes und überprüfbares Verfahren zur Festsetzung von Festbeträgen und für eine innovationsoffene, wissenschaftlich fundierte nachvollziehbare Definition von "therapeutischen Verbesserungen" Sorge trägt. Zu den Kriterien und der Methodik im Einzelnen wird das BMGS mit Industrie und Gemeinsamem Bundesausschuss zeitnah ein zielorientiertes Gespräch führen;

  • mit der Bundesregierung - vorbehaltlich einer rechtlichen Prüfung - Einvernehmen darüber besteht, dass eine Bildung von Jumbo-Gruppen dann nicht erfolgen sollte, wenn das mit den Festbeträgen angestrebte Einsparziel auch durch eine andere Form der Gruppenbildung erreicht werden kann;

  • im Herbst eine gemeinsame Bewertung der Wirkungen des GMG auf den deutschen Arzneimittelmarkt erfolgt;

  • zum Jahresende ein wissenschaftlicher Dialog über die ordnungspolitischen Grundlagen des deutschen Gesundheitswesens geführt wird; dort soll die Marktpreisbildung in allen Segmenten des Arzneimittelsektors einschließlich der Generika thematisiert werden.

| BMGS
Weitere Informationen:
http://www.bmgs.bund.de

Weitere Berichte zu: Arzneimittelmarkt Biotechnologie GMG

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie