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Rückkehr von SARS nach China

23.04.2004


Neuer Fall in Peking bekannt geworden



Monate nachdem die Lungenerkrankung SARS scheinbar vernichtet war, ist ein neuer Fall in der chinesischen Hauptstadt Peking bekannt geworden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Eine 20-jährige Krankenschwester soll nach Angaben der Behörden an der Lungenkrankheit leiden.

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Der Krankheitsverlauf begann mit Fieber und Husten, ehe die Patientin am 7. April ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Eine Woche später musste sie in die Intensivstation verlegt werden. Zunächst tippten die Mediziner allerdings nicht auf SARS, als dann jedoch vor wenigen Tagen zwei Verwandte der Patientin ebenfalls schwer erkrankten, wurden Untersuchungen nach SARS eingeleitet. Erst gestern, Donnerstag, wurde bekannt gegeben, dass es sich tatsächlich um SARS handelt. Daraufhin wurden 170 Menschen, die mit der Krankenschwester in engem Kontakt standen, unter Beobachtung genommen. Unüblich an der Geschichte, so die Mediziner, sei, dass SARS im Frühling auftritt. Die Wissenschaftler waren nämlich davon ausgegangen, dass die Erkrankung wie schon bei ihrem ersten Auftreten erneut im Herbst bzw. im Winter ausbrechen werde.

New Scientist berichtet, dass der erste Fall von SARS im November 2002 in der Provinz Guangdong in Süd-China bekannt wurde. Durch strenge Sicherheitsvorkehrungen und Isolation der Patienten konnte die Erkrankung Mitte 2003 zu einem "Stillstand" gebracht werden. Dennoch rechneten Gesundheitsexperten damit, dass es in den kühleren Wintermonaten zu weiteren Fällen kommen werde. Insgesamt wurden jedoch in dieser Zeit nur vier Fälle bekannt, die aber im Vergleich zur vorhergehenden Epidemie wesentlich schwächer verliefen. Zudem steckte keiner der Patienten weitere Menschen an.

Tief sitzt den Behörden aber heute noch der Schrecken, den SARS in der chinesischen Hauptstadt und in Hongkong vor fast genau einem Jahr angerichtet hatte. Damals war das öffentliche Leben in den Millionenmetropolen fast völlig zum Erliegen gekommen. Experten der WHO sind davon überzeugt, dass die Seuche nur über Tröpfchen weiterverbreitet werden kann. Dieser Behauptung widerspricht der chinesische Forscher Ignatius Lu von der University of Hongkong, der den Wohnkomplex Amoy Gardens in Hongkong untersucht hatte. Dort ist es zu einer wahren SARS-Epidemie gekommen. Lu ist davon überzeugt, dass unter gewissen Umständen das Virus auch über die Luft übertragen werden kann. Modelle der aufgetretenen Fälle in dem Wohnkomplex hätten dies bestätigt, erklärt der Forscher.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com

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