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Magengeschwür-Medikament fördert Intelligenz

30.03.2004


Carbenoxolon verbessert Gedächtnis und verbale Fähigkeiten



Ein Medikament zur Behandlung von Magengeschwüren kann im Alter intelligenzfördernd wirken. Zu diesem Ergebnis ist einer Studie von Wissenschaftlern der University of Edinburgh gekommen. Sie führten Tests mit 22 Männern zwischen 52 und 75 Jahren durch. Eine Teilnehmergruppe erhielt das Medikament Carbenoxolon, die Kontrollgruppe ein Blindpräparat. Die in den Proceedings of National Academy of Sciences veröffentlichten Ergebnisse bestätigen, dass das Medikament bereits nach sechs Wochen das Gedächtnis und die verbalen Fähigkeiten verbesserte.



Carbenoxolon wird aus der Süßholzwurzel hergestellt. Es wurde in der Vergangenheit zur Behandlung von Magengeschwüren verschrieben und mittlerweile durch wirkungsvollere Alternativen ersetzt. Das Medikament blockiert die Chemikalie 11 beta-hydroxysteroid dehydrogenase type 1. Studien haben nahe gelegt, dass diese Chemikalie bei der Produktion eines Schlüsselhormons im Gehirn eine Rolle spielt, das mit der Intelligenz in Verbindung gebracht wird. Das Team um Jonathan Seckl untersuchte, ob die Blockierung dieser Chemikalie das Gedächtnis und die verbalen Fähigkeiten verbessern kann.

An der Studie nahmen zehn gesunde Männer und zwölf Teilnehmer mit Typ 2 Diabetes teil. Diabetiker sind anfälliger für ein schlechtes Gedächtnis oder Demenz. Die Teilnehmer erhielten drei Mal täglich entweder das Medikament oder ein Blindpräparat. Tests nach vier Wochen zeigten, dass sich die verbalen Fähigkeiten der Medikament-Gruppe verbessert hatten. Nach sechs Wochen hatte sich auch das verbale Gedächtnis der Diabetiker verbessert. Die Einnahme des Medikaments verursachte laut BBC keine Nebenwirkungen. Weitere Studien sollen laut den Wissenschaftlern klären, ob Carbenoxolon für die Behandlung von Demenz und ähnlichen Erkrankungen eingesetzt werden kann.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.edinburgh.ac.uk
http://www.pnas.org

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