Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warnung vor Impfung gegen Vogelgrippe

25.03.2004


Experten sehen Möglichkeiten von gefährlicheren Virenstämmen



Das Impfen von Geflügel in China und Indonesien birgt eine neue große Gefahr in sich, meinen Experten der WHO. Demnach könnten sich ausgerechnet aufgrund der Impfungen neue Virenstämme entwickeln, die auch dem Menschen gefährlich werden könnten. Der derzeitige Stamm H5N1 kann zwar von Vögeln auf den Menschen übertragen werden, nicht aber von Mensch zu Mensch, berichtet New Scientist.

... mehr zu:
»H5N1 »Impfung »Vogelgrippe


Bis Mitte März hatte die WHO 12 gemeldete Fälle von Vogelgrippe in Thailand verzeichnet. Acht davon verliefen tödlich. Die Forscher wissen, dass trotz der Impfung das Virus in den Hühnern bestehen bleibt, da die Vogelgrippe-Vakzine nicht 100 Prozent effektiv wirken. Einige dieser Virenstämme können sich in den betroffenen Tieren replizieren und als so genannte "stille Epidemien" an andere Lebewesen weitergegeben werden. Versuche in Mexiko haben gezeigt, dass die Sorge der Wissenschaftler nicht unbegründet ist.

Umgekehrt raten die Forscher aber auch nicht davon ab, Geflügel gegen die Vogelgrippe zu impfen, denn nur so kann der Stamm H5N1 daran gehindert werden sich rasend über einen ganzen Kontinent auszubreiten. "Die Geflügelfarmer haben derzeit tatsächlich wenig Möglichkeiten", meint der Experte Ilaria Capua von der World Organisation for Animal Health. In der Geschichte solcher viraler Erkrankungen bei Tieren denken die Forscher immer an den gefährlichen Ausbruch einer Vogelgrippe-Art durch den Virusstamm H5N2 in Mexiko im Jahre 1995. Seit damals werden Geflügel in Mexiko geimpft. Eine Ausbreitung ist verhindert worden, aber das Virus zirkuliert quasi "schweigend". Eine Untersuchung des US-Department of Agriculture im Wissenschaftsmagazin "Journal of Virology" kam zum Schluss, dass Wissenschaftler in einem Labor in Georgia bei mexikanischen Hühnern andere Virus-Stämme lokalisieren konnten als jene, gegen die die Hühner geimpft wurden.

Nach Aussagen von WHO-Experten wird den Geflügelfarmern in Asien dazu geraten, ihre Tiere weiter zu impfen. "Die Gefahr, dass dieser Virenstamm mutiert und dann gefährlich für den Menschen wird, ist bis dato nur theoretisch gegeben", so ein WHO-Sprecher. Die Risiken müssen abgewogen werden. Als Kontrollmechanismen raten andere Experten wie Maria Zambon von der Health Protection Agency dazu die Tiere sehr genau zu beobachten, größtmögliche Hygiene einzuhalten, kranke Tiere zu schlachten und gesunde zu impfen.

Wolfgang Weitlaner | weitlaner@pressetext.at
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com

Weitere Berichte zu: H5N1 Impfung Vogelgrippe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften