Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

WHO warnt vor globaler Bedrohung durch Tuberkulose

16.03.2004


Ehemalige Sowjetische Staaten und China besonders betroffen



Die größte je durchgeführte Studie über arzneimittelresistente Tuberkulose hat zu beunruhigenden Ergebnissen geführt. Patienten aus früheren sowjetischen Staaten wie Kasachstan, Usbekistan oder Estland sind zehn Mal gefährdeter zu erkranken. Die WHO-Studie hat auch für China ein sehr hohes Tuberkuloserisiko nachgewiesen. Die WHO fordert dringend eine Ausweitung der Kontrollmaßnahmen inklusive der Überwachung der Medikamentenresistenz und Investitionen in die WHO Initiative DOTS.

... mehr zu:
»MDR »Tuberkulose »Who


Der WHO-Studienkoordinator Paul Nunn erklärte, dass medikamentenresistente Tuberkulose ein ernstes Problem sei. "Ohne Behandlung ist diese Erkrankung tödlich. Die Behandlung erfordert einen Medikamentencocktail, der sehr teuer und kompliziert zu verabreichen ist." Die Behandlung einer nichtresistenten Tuberkulose ist deutlich billiger. Trotzdem kommt es laut NewScienstist jährlich zu neun Millionen neuen Erkrankungen, die zu zwei Millionen Todesfällen führen. Die WHO geht davon aus, dass rund 300.000 neue Tuberkuloseerkrankungen jährlich mehrfach medikamentenresistent (MDR) sind.

Die Studie erfasste ein Fünftel der weltweit neu aufgetretenen Tuberkuloseerkrankungen. Berücksichtigt wurden 77 Länder oder Provinzen. In der letzten Studie aus dem Jahr 2001 waren es 58. Am weltweit stärksten betroffen war Kasachstan, wo 57 Prozent der neu Erkrankten gegen ein Medikament resistent sind und 14,2 mehrfache Resistenzen zeigen. Fünf der zehn größten Krisengebiete für mehrfache Resistenzen waren bisher nicht erfasst worden. Zu diesen Regionen gehören Kasachstan, Usbekistan, Litauen, Equador und die chinesischen Provinzen Liaoning und Henan. Sechs der größten Krisengebiete liegen in der ehemaligen Sowjetunion. Die WHO macht dafür den Zusammenbruch des Gesundheitswesens nach dem Ende des Kommunismus verantwortlich.

Besonders besorgt zeigte sich Nunn über die Entwicklung in China. "Wenn die nationale Verbreitung von MDR TB so hoch ist wie in der Provinz Liaoning, rund acht Prozent, stehen wir auch in China vor einem massiven Problem." In China erkranken jährlich rund 485.000 Menschen neu an Tuberkulose. Medikamentenresistente Tuberkulosestämme entstehen durch das selektive Überleben von natürlich auftretenden resistenten Stämmen von Mycobacterium tuberculosis. Zu einer Selektion kann es kommen, wenn Patienten nicht die notwendige Medikamentendosierung erhalten oder ihre Behandlung nicht abschließen. Von den MDR TB Stämmen, die derzeit bekannt sind, handelt es sich laut Studie bei 79 Prozent um so genannte Superstämme. Diese Stämme sind gegen mindestens drei der vier hauptsächlich eingesetzten Medikamente resistent.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.who.int/gtb
http://www.newscientist.com

Weitere Berichte zu: MDR Tuberkulose Who

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Schwere Infektionen bei Kindern auch in der Schweiz verbreitet
26.07.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Neue statistische Verfahren zur Überprüfung von Arzneimittel-Generika
25.07.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Ferienkurs mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt

28.07.2017 | Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?

28.07.2017 | Studien Analysen

Assistenzsysteme für die Blechumformung

28.07.2017 | Maschinenbau

Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

28.07.2017 | Physik Astronomie