Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Allergie gegen Gräser und Pollen : Wirksame Behandlung

11.05.2001


... mehr zu:
»Allergie »IgE
durch Kombination aus Hyposensibilisierung und Antikörper-Therapie Studie an der Charité

Das im Blut zirkulierende Immunglobulin-E (IgE) spielt eine zentrale Rolle bei allergischen Erkrankungen. Es sorgt durch Anheftung an sogenannte Mastzellen und andere Immunzellen für die Freisetzung von Substanzen wie Histamin, Leukotrienen und Prostaglandinen aus diesen Zellen. Die Substanzen sind wiederum verantwortlich für die unangenehmen, entzündlichen Erscheinungen, die Allergien begleiten. Dabei sind die Symptome um so stärker, je mehr IgE im Blut kreist.

Ein neuartiges Medikament, ein gentechnisch hergestellter monoklonaler Antikörper gegen IgE, der zu 95 % aus menschlichem und zu 5 % aus Protein von der Maus besteht, kann sich an das im Blut kreisende IgE binden. Dadurch verliert dieses die Fähigkeit, sich an Mastzellen zu heften und sie zur Freisetzung von Histamin zu aktivieren. Das Anti-IgE (Handelsname. Xolair, Hersteller: Novartis) wirkt also unspezifisch gegen verschiedenste Arten von Allergien. Es hat sich in zahlreichen Studien an Patienten als wirksam und nebenwirkungsarm erwiesen.
Bisher einzig ist jedoch der Versuch einer Kombination von spezifischer Immunisierung (Hyposensibilisierung gegen eine allergisierende Substanz) und unspezifischer IgE- Antikörper-Therapie. Das Ergebnis einer multizentrischen Studie mit dieser Kombination stellte Professor Ulrich Wahn, Direktor der "Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie" der Charité, am 10. Mai 2001 auf dem XX. Kongress der Europäischen Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie (EAACI) in Berlin vor. Beteiligt an der Studie waren 221 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 17 Jahren mit gegen Birkenpollen und Gräser gerichteter allergischer Rhinitis (Schnupfen).
Die Studie zeigte zum Einen, dass die Kombinationsbehandlung sicher und nebenwirkungsarm war. Zum Zweiten ließ sich feststellen, dass die Kombination der alleinigen spezifischen Immunisierung (Hyposensibilisierung gegen entweder Birken- oder Gräserpollen) überlegen war. Insbesondere benötigten die Kinder nur noch einen Bruchteil an Notfallmedikamenten wie Antihistaminika oder Kortisonpräparaten (Rückgang um 80 Prozent). Deutlich wurde auch, dass die allergischen Symptome bei Kindern, die die Kombinationstherapie erhielten, nur noch halb so heftig ausfielen wie bei Kindern, die nur hyposensibilisiert worden waren.
Der IgE Antikörper wird wahrscheinlich im November/ Dezember 2001 die Marktzulassung erhalten. Er muss unter die Haut gespritzt werden. Dabei hängen Menge und Häufigkeit der Injektion vom Körpergewicht und der Konzentration des Immunglobulins E im Blut ab.

Silvia Schattenfroh

____________________________________________________________

Charité
Medizinische Fakultät der
Humboldt Universität zu Berlin

Dekanat
Pressereferat-Forschung
Dr. med. Silvia Schattenfroh
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

FON: (030) 450-570 400
FAX: (030) 450-570 940

E-Mail: silvia.schattenfroh@charite.de

Dr. med. Silvia Schattenfroh | idw

Weitere Berichte zu: Allergie IgE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte