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Dünne Kleinkinder haben größeres Diabetesrisiko

26.02.2004


Zu rasche spätere Gewichtszunahme entscheidend



Dünne Kleinkinder haben ein größeres Risiko später an Diabetes zu erkranken. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von englischen und indischen Wissenschaftlern gekommen. Entscheidend sei, wann diese Kinder später zu schnell zunehmen. Die Wissenschaftler fordern im New England Journal of Medicine, dass das Gewicht von Kindern sorgfältiger beobachtet wird. David Barker von der Southampton University erklärte, dass dünne Zweijährige gefährdeter seien als dicke. Es wird angenommen, dass weltweit 150 Mio. Menschen an Diabetes erkrankt sind.

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Eines der am stärksten betroffenen Länder ist laut BBC Indien. 2000 waren fast 25 Mio. Inder Diabetiker. Für das Jahr 2010 wird ein Anstieg auf 40 Millionen vorhergesagt. Die Wissenschaftler machten fast 1.500 Einwohner einer Gemeinde im Süden Delhis ausfindig, die vor mehr als 20 Jahren an einer Studie zum Wachstum in der Kindheit teilgenommen hatten. Mehr als 15 Prozent der Teilnehmer hatten hohe Blutzuckerwerte, die als Hauptrisikofaktor für Diabetes gelten. Weitere vier Prozent waren Diabetiker. Es zeigte sich, dass die Betroffenen allgemein ein geringes Geburtsgewicht hatten und während der frühen Kindheit dünn geblieben waren. Nach ihrem zweiten Geburtstag begannen sie rasch an Gewicht zuzunehmen. Keiner war während der Kindheit korpulent. Ihre Gewichtszunahme hielt bis in das Erwachsenenalter an. Viele wurden übergewichtig oder fettleibig.

Je später das Kind begann zuzunehmen, desto geringer war sein Diabetesrisiko. Diese Ergebnisse könnten laut den Wissenschaftlern erklären, warum besonders in Indien ein starker Anstieg der Erkrankungen zu verzeichnen ist. In der Vergangenheit lebten unterernährte Kleinkinder in armen Familien mit einem beschränkten Zugang zu Lebensmitteln. In den vergangenen Jahren verbesserten sich die Lebensbedingungen und untergewichtige Babys werden in Familien mit deutlich besseren Lebensbedingungen geboren. Dieses Problem wird dadurch verstärkt, dass die Jugendlichen weniger aktiv sind als frühere Generationen und daher rascher zunehmen.

Michaela Mons | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://content.nejm.org
http://www.soton.ac.uk

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