Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

3-Tesla-Kernspintomograph ermöglicht neue Einblicke in das menschliche Gehirn

26.11.2003


Neue Einblicke in das menschliche Gehirn ermöglicht der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund zwei Millionen Euro finanzierte 3-Tesla-Ganzkörper-Kernspintomograph. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) neu gegründeten Verbunds "NeuroImage Nord" steht er Wissenschaftler(inne)n der Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf (UKE), Kiel und Lübeck gemeinsam für die Forschung zur Verfügung.



Die drei norddeutschen Hochschulen hatten sich gemeinsam um einen von bundesweit fünf DFG-geförderten Hochfeld-Kernspintomographen der neuesten Generation beworben und neben Berlin, Jülich, Frankfurt und Tübingen unter rund 30 Mitbewerbern das Rennen gemacht. Die Kosten für das eigens errichtete Gebäude in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro trägt die Universität Hamburg.



Zugleich erhielten die drei Universitätskliniken vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Zuschlag für die Etablierung eines von fünf Zentren für Bildgebung in den Neurowissenschaften: Für rund 500 000 Euro wurde bereits ein 1,5-Tesla-Kernspintomograph im UKE aufgerüstet; zudem erhält das Zentrum "NeuroImage Nord" bis zu drei Millionen Euro für Personal-kosten vom BMBF. Das UKE hat einer Weiterfinanzierung des Zentrums bereits zugestimmt.

Kernspintomographen, auch Magnetresonanztomographen (MRT) genannt, erlauben die Darstellung von Gehirnfunktionen und -strukturen ohne Röntgenstrahlen. Dabei macht man es sich zum Beispiel zunutze, dass das sauerstoffreiche Blut in aktiven Gehirnzonen unter dem Einfluss des Magnetfeldes anders dargestellt wird als sauerstoffarmes Blut in nicht aktiven Gehirnregionen. Die neueste Gerätegeneration mit einer Feldstärke von 3 Tesla liefert wesentlich schneller und deutlichere Bilder als die üblichen 1,5-Tesla-Geräte: Selbst kleine Veränderungen der Aktivität des Gehirns lassen sich so erkennen.

Das Gerät ist ein reines Forschungsinstrument und steht nicht für die Krankenversorgung zur Verfügung. Hauptzielrichtung von NeuroImage Nord ist die Erforschung von Krankheitsmechanismen und Therapiemöglichkeiten sowie der Gehirnfunktionen bei Gesunden. So könnten zum Beispiel Wirkmechanismen von Medikamenten bei Parkinson-Patienten die Veränderung in der Vernetzung der Nerven bei Alzheimer Demenz oder Schizophrenie und der Gendosiseffekt eines Neurotransmitters bei Depressionen untersucht werden. Zudem erlauben es die präzisen Bilder von Faserverbindungen, beispielsweise bei Tumoroperationen wichtige Gehirnbahnen zu schonen.

Informationen bei Dr. Christian Büchel, Telefon: 040/42803-4726 oder buechel@uke.uni-hamburg.de

Dr. Marion Schafft | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hamburg.de

Weitere Berichte zu: 3-Tesla-Kernspintomograph BMBF Gehirnfunktion UKE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik