Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Magnetencephalographie unterstützt Epilepsieforschung

07.10.2003


Lokalisierung der überaktiven Bereiche des Gehirns



Elektrische Signale der Nerven verursachen im Gehirn schwache magnetische Felder, die sich mittels Magnetencephalographie (MEG) messen lassen. Inwieweit diese Methode das direkte Messen elektrischer Nervenaktivität in der Diagnose und Behandlung von Epilepsie ergänzen kann, wurde nun im Rahmen eines Projekts des Wissenschaftsfonds FWF untersucht.



Die Lokalisierung der überaktiven Bereiche des Gehirns ist für die Behandlung der Epilepsie dann ausschlaggebend, wenn Medikamente nicht wirken. "Obwohl die heute verfügbaren Medikamente sehr effektiv sind, kann man zwanzig Prozent der Patienten so nicht helfen. Für den Großteil der Betroffenen stellen chirurgische Eingriffe eine wirksame Alternative dar. Die betroffenen Hirnregionen werden dabei entfernt. Damit eine so erzielte Anfallsfreiheit nicht auf Kosten neurologischer Ausfallerscheinungen geht, muss der betroffene Bereich vor jedem Eingriff genauestens lokalisiert werden", erklärt Christoph Baumgartner, Leiter der Abteilung für Klinische Epilepsieforschung.

Dafür steht neben anderen Messverfahren auch das Oberflächen-EEG als nicht invasive Methode zur Verfügung. Die Genauigkeit der EEG-Messungen wird aber dadurch eingeschränkt, dass die Kopfhaut und der Schädelknochen als Isolatoren wirken. Zusätzlich ist ein externer Referenzwert zur Interpretation der elektrischen Signale notwendig. Dieser unterliegt oftmals äußeren Störeinflüssen. Infolge dieser Probleme wird das genaue lokalisieren überaktiver Hirnregionen erschwert.

Derzeit müssen zur Absicherung der Ergebnisse Messelektroden direkt in das Gehirn implantiert werden, um so die räumliche Auflösung zu erhöhen. "Eine Alternative zu diesem für die Patienten sehr belastenden und auch risikoreichen Eingriff kann die Ergänzung des EEG mit dem MEG sein. Beide Methoden beruhen zwar auf dem gleichen physiologischen Vorgang - Änderungen des Ladungspotenzials von Nervenfaserendungen -, doch messen sie unterschiedliche Effekte und können sich so ergänzen", führt Prof. Baumgartner aus.

Teil des FWF-Projekts war die Entwicklung eines biophysikalischen Modells, das es erlaubt, die Messergebnisse in Verbindung mit räumlichen Daten des Gehirns aus der Magnetresonanztomographie zu bringen. So können die betroffenen Hirnregionen mit der notwendigen Präzision lokalisiert werden. Zu den Kosten dieser verbesserten Patientenversorgung erklärt Baumgartner: "Ein MEG-Gerät kostet derzeit 1,5 Mio. Euro. Ein modernes EEG-Gerät ist schon ab 30.000 Euro zu haben. Auch aus Kostengründen ist es
wichtig, die Vorteile des MEG genau zu definieren, so dass ein optimaler Einsatz gewährleistet ist."

Hubert Thurnhofer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.fwf.ac.at/

Weitere Berichte zu: Epilepsie Epilepsieforschung MEG Magnetencephalographie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten