Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Keuchhustenimpfung für Neugeborene

30.09.2003


Neugeborene sind anfällig für infektiöse Bakterien wie z.B. Bordetella Pertussis, die ihrer Gesundheit schaden können. Impfungen haben diese Anfälligkeit von Kleinkindern zwar beträchtlich verringert, aber keineswegs beseitigt, von ihren Nebenwirkungen ganz zu schweigen.



Noch vor einigen Jahrzehnten, als es noch keine relativen Immunisierungen gab, war Keuchhusten überall auf der Welt eine weit verbreitete Infektion, die sich fast alle Kinder zuzogen. Diese Krankheit mit dem medizinischen Namen Pertussis ist eine Atemwegsinfektion, die starke Hustenanfälle verursacht. Sie kann sich zu einer ernsthaften Erkrankung entwickeln - wenn auch selten - bei Kleinkindern und nicht immunisierten Kindern tödlich verlaufen. Typische Symptome sind anhaltendes Husten und Erbrechen, während bei Kleinkindern die Gefahr einer Lungenentzündung und einer Schädigung des Gehirns besteht.

... mehr zu:
»DTPa »DTPw »Infektion


Verbreitet durchgeführte Schutzimpfungen haben die Erkrankung stark zurückgedrängt, insbesondere nach der Einführung von Massenimpfprogrammen in den meisten Ländern. Der Keuchhusten-Impfstoff wird gewöhnlich bei drei Impfungen verabreicht und mit Diphterie- und Tetanus-Impfstoffen kombiniert. Der erste verwendete Wirkstoff war der Diphterie-Pertussis-Tetanus-Ganzkeimimpfstoff (abgekürzt DTPw), der später vom neueren azellulären Keuchhustenimpfstoff (DTPa) abgelöst wurde. Letzterer gilt als wichtige Entwicklung, da er weniger und schwächer ausgeprägte Nebenwirkungen verursacht als das Ganzkeim-Produkt.

In Versuchen, bei denen Mäuse im Kleinkind- und Neonatalstadium mit DTPw und DTPa geimpft wurden, wurde jedoch nachgewiesen, dass diese Substanzen keine volle Immunisierung, sondern in erster Linie einen gewissen Schutz gegen eine spätere Infektion bewirken. Die Wahrscheinlichkeit einer Keuchhusteninfektion ist somit zwar reduziert, beträgt aber nicht Null. Überdies lösen DTPw und DTPa höchst unterschiedliche Immunreaktionen aus.

Im Projekt NEOVAC wurde ein Mausmodell für das Kleinkind- und Neonatalstadium entwickelt, um diese unterschiedlichen Reaktionen näher untersuchen zu können. Darüber hinaus wurden neue Impfkonzepte ausgearbeitet, um neue Wege für einen vollständigen Schutz von Kleinkindern zu finden. Konkret wurden neue Impfstoffe zur intranasalen Verabreichung entwickelt, die auf reinen und rekombinant attenuierten Bordetella-Pertussis-Stämmen basieren.

Das neu entwickelte Modell ist stark mit den menschlichen Reaktionen in der Frühphase des Lebens korreliert und steht potenziellen Partnern zur Erprobung neuartiger Keuchhustenimpfstoffe zur Verfügung. Interessenten sind außerdem eingeladen, die innovativen Impfkonzepte und ihre mögliche Erweiterung auf andere bakterielle und parasitischen Erkrankungen zu beurteilen.

Kontakt

LOCHT, Camille (Prof)

Institut Pasteur de Lille
Research Director, Head of research unit
1, rue du Prof. Calmette
59019
Lille Cedex
FRANCE
Tel: +33-320-871151
Fax: +33-320-871158
E-Mail: Camille.locht@pasteur-lille.fr

| ctm

Weitere Berichte zu: DTPa DTPw Infektion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie