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Gehirntraining kann Hunger gezielt steuern

08.09.2003


Hoffnung für Behandlung von Essstörungen



Wissenschaftlern des Wellcome Department of Imaging Neuroscience ist es gelungen, das Gehirn dahingehend zu trainieren, dass es beim Sehen eines abstrakten Bildes nach einem bestimmten Nahrungsmittel hungert. Diese Experimente stehen in der Tradition der berühmten Versuche des russischen Wissenschaftlers Ivan Pavlov. Durch den Einsatz der bildgebenden Kernspintomografie konnte das Team den Erfolg seines Experiments z.B. bei Vanilleeis oder Erdnussbutter sichtbar machen. Zusätzlich konnten neue Erkenntnisse über Hunger und die Gehirnveränderungen bei satten Menschen gewonnen werden.

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Das erste Ziel war, laut Jay Gottfried, die Studienteilnehmer so zu konditionieren, dass sie durch Wiederholung die Verbindung zwischen neutralen Reizen, abstrakten Bildern oder Fraktalen, und den Gerüchen der Lebensmittel herstellten. Alle diese Vorgänge spielten sich im unterbewussten Bereich ab. Die Teilnehmer wurden über den Zweck der gelernten Assoziationen nicht informiert. Laut Gottfried spielte es keine Rolle, ob diese Zusammenhänge erkannt wurden. Der gesamte Konditionierungsvorgang dauerte jeweils rund acht Minuten.

Anschließend wurden den Versuchspersonen im MRI-Scanner die abstrakten Bilder gezeigt. Reaktionen fanden in den medialen Temporallappen im unteren Drittel des Gehirns und in der orbitalen Stirnlappenrinde oberhalb der Augäpfel statt. Diese Bereiche bilden Vorhersagen, die Menschen darüber informieren, dass etwas Angenehmes zu erwarten ist. Nach dem Scannen erhielten die Teilnehmer ein reichhaltiges Mittagessen, bei dem es auch jene Nahrungsmittel gab, auf die sie sich gefreut hatten.

Nach dem Essen verringerte sich die Reaktion im Gehirn auf gezeigte Bilder deutlich. Das bedeutet, dass Sättigung zu Veränderungen im Gehirn führt. Das einfache Zeigen der Bilder verhinderte in der Folge, dass weiterer Appetit auf diese Nahrungsmittel bestand. Daraus lässt sich ableiten, dass das Gehirn lernt, seine Vorhersagen von zu erwartenden angenehmen Ereignissen immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen. In Zukunft sollen diese Erkenntnisse laut BBC zu Fortschritten in der Behandlung von Essstörungen wie Bulimie und Anorexie führen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.fil.ion.ucl.ac.uk
http://www.bbc.co.uk

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