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Brustkrebs-Prognosefaktor entdeckt

15.07.2003


Erkenntnis könnte neue Therapieform sein



Wissenschaftler der Berliner Charite haben einen neuen, eigenständigen Marker für Brustkrebs identifiziert. Bei dem Marker handelt es sich um ein Enzym, das den Wissenschaftlern schon seit längerem bekannt war. Es ist an der Schmerzentstehung und am Wachstum von Tumoren, unter anderem durch Anregung der Gefäßbildung beteiligt, berichten die Forscher im Wissenschaftsmagazin Cancer.

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"Die Konzentration des Enzyms, die so genannte Cyclooxygenase-2 (COX-2), im Tumorgewebe gibt starke Hinweise auf den Grad der Bösartigkeit des jeweiligen Krebses und damit auch auf die symptomfreie Zeitspanne bzw. die Gesamtüberlebenszeit", so Studienleiter Carsten Denkert vom Institut für Pathologie. Die Erkenntnis beruhe auf der immunhistologischen Untersuchung des Tumorgewebes von Brustkrebspatientinnen, berichtet der Forscher, der mit seinem Team die Konzentration von COX-2 bei Frauen ermittelt hat. "Bei 36 Prozent der untersuchten Patientinnen war die Konzentration von COX-2 stark erhöht", so der Forscher. Diese hatten auch eine Reihe von schon bekannten, ungünstigen Prognosefaktoren aufzuweisen wie etwa einen großen Tumor, Metastasen in den Lymphknoten, feingeweblich wenig ausgereifte Zellstrukturen und fehlende Hormonrezeptoren. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass die COX-2-Präsenz einen unabhängigen Prognosefaktor für eine ungünstige Krankheitsentwicklung bei Frauen mit Brustkrebs darstellt. "Je stärker COX-2 im Tumor angereichert ist, desto ungünstiger wird die Prognose. In gesundem Brustgewebe wird COX-2 nämlich nicht gebildet", erklärt Denkert.

Die Forscher sehen die Cyclooxygenase-2 aber nicht nur als Prognosefaktor: Möglicherweise eignet sich das Wissen auch zur Entwicklung für die Prävention oder gar für eine neue Therapie von Brustkrebs. "Die Funktion der COX-2 kann durch bestimmte, so genannte nicht-steroidale Schmerzmittel gebremst werden. Dazu gehören etwa das Aspirin oder auch COX-2 Blocker, die zurzeit als Mittel gegen Rheuma verwendet werden", führt Denkert aus. Die Forscher sehen darin eine neue Chance, denn Studien in den USA haben gezeigt, dass sich bei Frauen, die regelmäßig nicht-steroidale Schmerzmittel einnahmen, das Risiko für Brustkrebs deutlich verringerte. Fraglich bleibe aber, ob sich ein bereits manifestierter Brustkrebs mit COX-2 Blockern zurückdrängen lässt. "Im Tierversuch an Ratten konnte gezeigt werden, dass insbesondere ein selektiver COX-2 Blocker die Entwicklung von Brustkrebs reduzierte und sogar das Tumorvolumen bereits erkrankter Tiere verringerte", berichten die Wissenschaftler.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in der westlichen Welt. Diese Krebserkrankung macht etwa 18 Prozent aller bösartigen Erkrankungen der Frau aus. Rund 47.000 Frauen erkranken allein in Deutschland jährlich daran.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.charite.de

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