Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nichtinvasive Technologie zur dynamischen Simulation des kardiovaskulären Systems

03.06.2003


Einem italienischen Forschungsinstitut ist jetzt die Entwicklung eines nichtinvasiven Werkzeugs gelungen, das Klinikärzten einzigartige Möglichkeiten für eine zuverlässige und exakte Überwachung von Blutströmen und ähnlichen Merkmalen des Herz-Kreislauf-Systems bietet.



Die zuverlässige Diagnose vieler Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist ganz wesentlich von der präzisen Spezifikation der physikalischen Eigenschaften von Blutströmen abhängig. So deuten beispielsweise Umkehrströmungen oder Regionen mit niedriger Scherbeanspruchung auf veränderte Strömungsbedingungen hin und können in Verbindung mit der Ausbreitung von Druckwellen wichtige Indikatoren für Krankheiten sein. Dennoch haben sich konventionelle Verfahren für die Messung solcher Eigenschaften als unzureichend erwiesen.

... mehr zu:
»Blutstrom


Um hier Abhilfe zu schaffen, gibt es jetzt ein neu entwickeltes Hilfsmittel, mit dem sich Druck- und Strömungsverläufe sowohl in normalen als auch abnormen Situationen identifizieren lassen. Solche Bedingungen stellen sich in Fällen von natürlichen oder künstlichen Veränderungen ein, etwa bei Arterienverengungen (Stenosen), krankhaften Wandausbuchtungen von Blutgefäßen (Aneurysmen) sowie an Gefäßprothesen und Herzklappen. Das simple Software-Tool gestattet das Aufstellen mathematischer Modelle des arteriellen Blutstromes und eine numerische Simulation der zeitlichen Strömungs- und Druckverläufe.

Diese vielseitige Technologie war das Endergebnis einer mehrjährigen Forschungsarbeit auf den Gebieten der Hämodynamik und der biomedizinischen Technik. Sie basiert auf physikalischen Prinzipien - im Hinblick auf viskose Flüssigkeiten, die sich durch Gefäße bewegen - und mathematischen Verfahren zur Beschreibung der Wechselwirkungen zwischen Flüssigkeit und Gefäßwand. Die einzelnen Modelle weisen einen unterschiedlichen Komplexitätsgrad auf, lassen sich auf einfache Weise an individuelle Spezifikationen anpassen und liefern zuverlässige Ergebnisse durch numerische Simulation.

Ingenieure der biomedizinischen Technik können dieses simple und sehr erschwingliche Software-Tool bei der Entwicklung und Erprobung von kardiovaskulären Komponenten wie z.B. Implantaten einsetzen. Darüber hinaus kann es Ärzten als Echtzeit-Hilfsmittel während der Durchführung von Herz- oder Gefäßoperationen dienen oder die Diagnose von Herz-Kreislauferkrankungen unterstützen. Derzeit werden Industriebetriebe aus der Biomechanik oder der biomedizinischen Technik gesucht, die die Software und das damit verbundene Know-how nutzen möchten.

Kontakt:

DR. Stefania Giuffrida
Consiglio Nazionale Delle Ricerche - DAST - Servizio IV
Via dei Taurini, 19
00185 Roma, Italia
Tel: +39-06-49937443
Fax: +39-06-49937440
Email: s.giuffrida@dcas.cnr.it

| ctm
Weitere Informationen:
http://circe.dcas.cnr.it

Weitere Berichte zu: Blutstrom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten